Zhiyun Gimbals Kaufberatung

5 Tipps für den Gimbalkauf

Lesezeit: 5 Minuten -  5. Juli 2019 - von Jonas Junk

Alle Fotografen, die schon einmal den Videomodus ihrer Kamera ausprobiert haben konnten bestimmt feststellen, dass natürliche Videoaufnahmen gar nicht so einfach sind. Gimbals machen smoothe Kamerabewegungen auch für Filmer zugänglich, die kein schweres Schienensystem zur Verfügung haben. Der Markt an Stabilisierungssystemen für Videokameras ist in den letzten Jahren stark gewachsen und die Auswahl ist groß. In diesem Artikel geben wir euch 5 Tipps für den Gimbalkauf, damit euer nächstes Videoprojekt garantiert ruckelfrei wird.

Wer braucht ein Gimbal?

Grundsätzlich wurden Gimbals für Videofilmer entwickelt, die handgeführte Kamerabewegungen erstellen wollen. Verwendet man kein Stativ und filmt spontan aus der Hand, entstehen Mikrowackler und das Video sieht unnatürlich aus, denn das Auge ist diese Ruckler nicht gewohnt. Bei der Verwendung eines Stativs zum Filmen ist das natürlich gar kein Problem, jedoch sind bewegte Kameraaufnahmen in vielerlei Hinsicht interessanter und mitreißender.

Gimbals werden gebraucht, wenn bewegte aber dennoch stabile Videoaufnahmen gemacht werden sollen, der Filmer aber auf schwere Videoschienen und Dolly Systeme verzichten möchte. Der Gimbal Markt ist in der letzten Zeit enorm gewachsen, da die verbaute Technik günstiger wurde und sich Bewegtbild auf der Überholspur bewegt. Ein ruhiges Videobild zu produzieren ist heute leichter als je zuvor und damit entdecken auch immer mehr Fotografen den Bereich Video für sich. Aber auch Fotografen können von einem Gimbal profitieren. Wie genau ein Gimbal dabei hilft beeindruckende Fotos zu machen zeigen wir euch gleich.

Was gibt es beim Gimbalkauf zu beachten?

1. Ist das Gimbal für meine Kamera geeignet?

Wichtigster Faktor für die Kaufentscheidung ist die Frage nach der Tragfähigkeit und der Bauweise. Beachtet man die Tragfähigkeit kann man schon in der richtigen Gimbalklasse suchen. Grundsätzlich ist es sinnvoll die Tragfähigkeit des Gimbals nicht Vollständig auszulasten, damit noch ein Spielraum bleibt. Außerdem muss man beachten, dass die Kamera im Schwerpunkt auf dem Gimbal montiert werden kann. Viele neue Gimbals haben eine Schnellwechselplatte mit der die Kamera in einer Achse verschoben werden kann, doch es gibt auch Gimbals bei denen dieser Spielraum sehr klein ist. Die Kombination Alpha 6000 mit einem G-Master 24-70mm Objektiv ist beispielsweise extrem front lastig, sodass die Kamera dementsprechend sehr weit nach hinten ausbalanciert werden muss. Kleine Gimbals können damit Probleme haben, obwohl die Tragfähigkeit nicht überschritten wurde. Ein weiteres Problem kann auftreten, wenn der Objektivdurchmesser Größer ist als die Höhe der Kamera, denn in diesem Fall kann die Kombination nicht auf eine lange Schnellwechselplatte geschraubt werden. Abhilfe schafft hier ein Zubehörteil, dass die Kamera höher bringt und es so möglich macht auch „ungleiche“ Kombinationen zu montieren.

Handhabung und Haptik

Ähnlich wie beim Kamerakauf gibt es auch beim Kauf eines Gimbals Unterschiede in der Handhabung und bei der Haptik. Während leichte Gimbals häufig aus Kunststoff gefertigt sind, fällt die Materialwahl bei größeren Gimbals häufig auf metallische Komponenten. Zum einen fühlt sich das Gimbal dadurch solider und hochwertiger an, doch auch das Gewicht steigt damit. Ein geringes Gewicht sollte eine Hauptanforderung an das neue Stabilisationssystem sein, denn das Gewicht wird von vielen Filmern unterschätzt.

Sehr hilfreich ist es auch, wenn die Kamera frei zugänglich ist, oder über eine Schnellwechselplatte verfügt, so kann bei einem leeren Akku oder einer vollen Speicherkarte schnell reagiert werden, ohne dass das Setup erst aufwändig zerlegt werden muss.

2. Welches Gimbal ist das richtige für meinen Anwendungsbereich

Gimbals gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen für alle möglichen Kamerasysteme. Manche Kameras sind sogar fest mit einem Gimbal verbaut. Unterschiede gibt es bei Gimbals erstmal in der Bauweise. Aktuell liegen Einhand-Gimbals im Trend, denn diese sind sehr flexibel einzusetzen und nehmen auch unterwegs deutlich weniger Platz in Anspruch als herkömmliche Zweihand-Gimbals.

Auch größere Gimbals, bei denen für die Bedienung zwei Hände benötigt werden haben Vorteile, wie zum Beispiel einen höheren Komfort bei schweren Kameras und mehr Möglichkeiten bei der Befestigung von Zubehör, wie beispielsweise einem externen Monitor. Außerdem können Kamerabewegungen so wesentlich präziser gesteuert werden und das Gewicht des Gimbals verteilt sich besser auf beide Arme. Auch das Gewicht des Gimbals sollte nicht unterschätzt werden, denn es muss nicht nur gehalten werden, sondern in unterschiedlichen Aufnahmesituationen auch Überkopf oder in niedrigen Positionen bewegt werden. Eine gewisse körperliche Fitness ist gerade bei schweren Gimbals definitiv empfehlenswert.

3. Verbindung zur Kamera

Einige Gimbals können eine Verbindung zur Kamera herstellen, sodass bestimmte Funktionen, wie Aufnahme Starten/Stoppen über Knöpfe am Gimbal gesteuert werden können. Beim Zhiyun Crane 3 Lab können beispielsweise auch die Belichtungseinstellungen der Kamera am Gimbal verändert werden. Auch eine Follow Fokus Funktion ist bei vielen Gimbals mit an Bord, sodass der Fokus manuell am Gimbal gesteuert werden kann. Diese Funktionen sind häufig nicht für alle Kameramodelle verfügbar.

Bitte informiert euch vor dem Kauf gründlich, ob das Gimbal über die gewünschte Konnektivität zu eurer Kamera verfügt und achtet darauf ob alle Verbindungskabel im Lieferumfang enthalten sind. Beim Vergleichen von Preisen zwischen den Herstellern sollte darauf geachtet werden, welches Zubehör jeweils im Lieferumfang enthalten ist und was extra kostet.

4. Abhängigkeit vom Mobilgerät

Viele Gimbals können eine Verbindung zu einem Smartphone aufbauen und sich darüber programmieren lassen. Das ist natürlich praktisch, allerdings sollte darauf geachtet werden welche Einstellungen auch manuell am Gimbal selbst getroffen werden können. Die Umstellung des Modis von Follow auf Lock sollte beispielsweise unbedingt am Gimbal selbst machbar sein. Die Einstellung der Motorenstärke sowie Firmwareupdates können selbstverständlich über das Smartphone erledigt werden. Falls kein aktuelles Smartphone vorhanden ist, sollte zudem geprüft werden inwiefern die Einstellungen auch über den PC gesteuert werden können.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Funktionsumfang mit der Benutzung eines Smartphones zwar wesentlich ansteigt, doch die Verbindung teilweise kompliziert ist und definitiv die Aufnahme verlängert. In einer Situation in der es schnell geht sollte also alles fertig eingestellt sein.

Welches Zubehör wird benötigt?

Die Möglichkeiten Zubehör an einem Gimbal zu befestigen sind rasant gestiegen. Das wohl wichtigste Zubehörteil ist bei vielen aktuellen Gimbals bereits enthalten. Ein Tischstativ. Gimbals haben oft den Nachteil, dass sie sich schlecht abstellen lassen. Das ist gerade bei längeren Aufnahmesituationen lästig, denn ein Gimbal wird schnell schwer. Achtet also unbedingt darauf, dass sich das Gimbal ordentlich abstellen lässt. Die Gimbals von Zhiyun, aber auch andere bieten die Möglichkeit das Gerät auf einem Stativ zu befestigen. Am besten lässt sich das Stativgewinde nutzen, um ein Einbeinstativ anzubringen und damit spannende Jib-/ Kranaufnahmen zu erstellen. Möchte man schnell zwischen Tischstativ und Monopod wechseln so empfiehlt sich ein Schnellkupplungssystem wie das Zhiyun TransMount Quick Setup Kit. Damit lassen sich Zubehörteile blitzschnell wechseln.

Weitere nützliche Zubehörteile sind Smartphone-Befestigungen, Monitore, Thumb Controller, externe Fernsteuerungen, Follow Focus Systeme und viele mehr. Hierbei stellt sich immer die Frage, welche Teile den eigenen Workflow unterstützen. En externer Monitor vergrößert zwar das Kamerabild ist jedoch oftmals schwer, ein weiterer Stromfresser, und viele Filmer nutzen lieber das Kameradisplay, da es in die Aufnahmerichtung zeigt.

Unser Fazit

Welches das beste Gimbal auf dem Markt ist lässt sich nur schwer sagen, da es stark von den Nutzungsgewohnheiten abhängt. Grundsätzlich lassen sich mit größeren Gimbals bessere Ergebnisse erzielen und eine höhere Tragfähigkeit erreichen. Anwendungsbeispiele dafür sind Hochzeitsfilme, Imagefilme und größere Produktionen. Kleinere Gimbals hingegen haben den Vorteil, dass sie kompakt sind und zum Beispiel auf Reisen genutzt werden können, da sie leicht im Rucksack zu verstauen sind. Gimbals erleichtern zwar das Filmen sind aber kein Garant für den nächsten Blockbuster. Deshalb gilt wie auch in der Fotografie: Übung macht den Meister und die Technik dahinter ist nur das Werkzeug, dass den eigenen Workflow bestmöglich unterstützt.


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