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Capture One 20 - Das sind unsere liebsten neuen Features

Lesezeit: 5 Minuten - 04. Dezember 2019 - von Niels Stiefeling

Adobes größte Konkurrenz im Bereich der Bildbearbeitung hat eine brandneue Version in den Startlöchern und die bringt einige neue Features mit sich, die das Komplettpaket Capture One in sich noch etwas runder machen. Kurz nachdem ich meine erste Kamera gekauft habe, habe ich mich - wie viele andere startende Fotografen sicher auch - nach einer Möglichkeit umgeschaut, Bilder in RAW aufnehmen zu können, um das volle Potential digitaler Sensoren auszureizen. Photoshop ist dabei natürlich mittlerweile jedem ein Begriff. So gerät man relativ schnell an Adobes RAW-Converter Lightroom und wird zügig in das Adobe Ökosystem gezogen, ohne sich großartig nach Alternativen umzusehen.
Vor einigen Monaten habe ich dann die Möglichkeit erhalten, Capture One 12 zu nutzen und war sofort begeistert. Der Branchenprimus Lightroom war nach anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten relativ schnell vergessen und kam seitdem tatsächlich kein einziges Mal zum Einsatz - ja, auch ich war überrascht. Aber was ist so toll an Capture One? Und wer sollte sich das Programm besonders jetzt zum Update auf die neuste Version mal genauer anschauen?

Farben sind das A und O

Sowohl die richtige Auslesung und Verarbeitung der Farben aktueller Sensoren als auch die selektive Bearbeitung dieser Farben ist das wahre Kernstück der Software. Belegen kann ich das natürlich nicht, aber für mein Auge sehen Ergebnisse, die ich mit Capture One in Kombination mit meiner Kamera erhalte, stimmiger und am Ende auch einfach besser aus. Außerdem habe ich das Gefühl, dass ich konstant schneller mit meinen Ergebnissen zufrieden bin.
Die Farbbearbeitung wurde jetzt zudem um ein kleines Feature erweitert. Über den Basis-Farbeditor lassen sich Farbton, Helligkeit und Sättigung ganz einfach im Bild verschieben. Man klickt einfach auf die Farbe, die verändert werden soll. Bei gedrückt gehaltener linker Maustaste kann man so in einer Bewegung seine Farben anpassen, wie man möchte. Für eindeutige und leichte Farbanpassungen ist das die einfachste Lösung und sehr eingängig.
Für komplexere Farbanpassungen oder die Bearbeitung von Hauttönen sind hingegen die beiden Werkzeuge Erweiterter Farbeditor und der Hautton-Editor. Die Möglichkeiten, die Capture One einem hier bietet sind quasi grenzenlos und können zu sehr feinen, hochwertigen Ergebnissen führen.




HDR leicht gemacht

In anderen Bereichen hat man sich mit der neuen Version am großen Konkurrenten orientiert und damit einen der für mich größten Kritikpunkte der aktuellen Software eliminiert. Das High Dynamic Range Tool funktioniert nun wie man es aus Lightroom kennt. Es gibt 4 verschiedene Regler, mit denen man Lichter, Tiefen, Weiß und Schwarz einzelnd anpassen kann. Das führt zu mehr Kontrolle und leichteren Anpassungen.

Machs dir wie du willst

Ebenfalls schön: Im Crop Tool hat man nun auf allen Seiten des gewünschten Zuschnitts sogenannte Griffe. So kann man leicht an jeder gewünschten Seite anfangen das Bild in den gewünschten Schnitt zu bringen. Das war in der alten Version teilweise etwas umständlicher und konnte Nerven kosten.

Für einen angenehmeren Workflow sorgt auch die neue Möglichkeit, Tools nicht nur wie gehabt frei anordnen zu können. Neuerdings können in einem gesonderten Abschnitt am oberen Rand einzelne Werkzeuge fest angebracht werden. So können oft genutzte Tools weiter oben dauerhaft zugänglich bleiben, während andere weniger genutzte Anpassungsmöglichkeiten weiter unten durchgescrollt werden können. Vor allem in Kombination mit der sehr mächtigen Unterstützung von Ebenen und den hervorragenden Maskenfunktionen in Capture One macht das durchaus einen Unterschied. Nun kann man sich ganz bequem dauerhaft die Übersicht seiner Ebenen anzeigen lassen und schneller als je zuvor durch die Auswahl dieser springen. Das ist bequemer, übersichtlicher und vor allem auch deutlich schneller!

Zuschneiden in Capture One 12
Vereinfachtes Zuschneiden mit Griffen in Capture One 20

Effizienz ist alles

Apropos schneller: Man kann nun einstellen, dass im Vorgang der Markierung und Bewertung automatisch das nächste Bild ausgewählt wird, sobald das aktuelle entsprechende Markierungen erhalten hat. Ich habe diese Einstellungsmöglichkeit leider noch nicht entdeckt, aber effektiv bedeutet das 50% weniger Klicks. Besonders bei abgeschlossenen Shootings oder Aufträgen kann die richtige Auswahl der Bilder und die entsprechende Markierung viel Zeit schlucken. Dabei ist diese Neuerung hilfreich.

Meine Highlights des Programms für die Fotografie von Landschaften bis zu Portraits sind definitiv die Ebenen in Kombination mit Maskierungsmöglichkeiten, ähnlich wie man es von Photoshop kennt. So können Bearbeitungen lokal angewendet, nachträglich abgeschwächt oder verstärkt und bei Bedarf sogar komplett entfernt werden. Die Möglichkeiten, Ebenen und auch Masken zwischen Bildern und Ebenen zu kopieren und so weiterhin schnell und variabel arbeiten zu können, sind durch das Update erweitert worden. Auch das ist ein sinnvoller Schritt und spielt die Stärken von Capture One noch besser aus.

Für Fotografen, die auch Auftragsarbeiten durchführen ist Capture One übrigens erst recht einen Blick wert. Der zweigeteilte Aufbau über Kataloge und Sessions ist hierfür ein wahrer Segen. Einzelne Shootings oder Events können so einfach in der abgeschlossenen Umgebung der Sessions bearbeitet werden. Innerhalb einer solchen Session befinden sich nur die dafür ausgewählten Bilder. Sobald der Auftrag durchgeführt wurde, können Sessions in einen vorhandenen Katalog importiert und die Session gelöscht werden. Das sorgt für eine gute Übersicht seiner Projekte und effiziente Abarbeitung dieser. 


Fazit

Die meisten Neuerungen von Capture One 20 scheinen im ersten Moment keinen allzu großen Einfluss zu haben. Bei meiner ersten Nutzung der neusten Version sind mir viele der neuen Funktionen sogar verborgen geblieben.
Nach einiger Zeit erkennt man allerdings, dass sich der Workflow durch die Verbesserungen in vielen Bereichen deutlich runder anfühlt. Es gibt immer weniger Momente, in denen man sich ausgebremst fühlt. Auch wenn einige Neuerungen erst unwichtig erscheinen: Meine persönlichen Kritikpunkte wurden durch das Update behoben und sinnvoll ausgebessert. In anderen Bereichen spielt Capture One seine Stärken sogar weiter aus und wird dadruch weiter noch mächtiger und eigentlich für jeden Fotografen noch ein kleines Stück interessanter. 


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