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Canon EOS 6D Erfahrungsbericht

Canon EOS 6D - mein Erfahrungsbericht

Drei Jahre mit der Canon EOS 6D. Von tollen Momenten und vielen Erfahrungen, die ich mit der Einstiegsvollformatkamera von Canon gemacht habe.

von Valentin Schnitzler

Wie schnell doch die Zeit vergeht! So lange kommt es mir gar nicht vor. Seit drei Jahren fotografiere ich nun mit einer Vollformatkamera. Schlagartig bewusst wurde es mir erst letztens, als ich meine Fotos nach Kameramodell sortierte. Im ersten Moment dachte ich „Puh! Was für eine Flut an Bildern“, doch gleichzeitig erinnerte ich mich auch an die vielen tollen Momente und Erfahrungen, die ich mit der Kamera seitdem gesammelt habe.

Als ich mir die Canon EOS 6D Ende 2014 anschaffte, habe ich viel recherchiert, gelesen und auch erste Erfahrungsberichte durchgestöbert. Es war nicht nur eine Frage des Wechsels auf Vollformat, sondern auch eine Frage, wo will ich hin und was will ich fotografieren.
Die Leidenschaft, die jeder Fotograf kennt, brannte schon eine ganze Weile in mir. Ich hatte damals eine Canon EOS 50D und nur ein Objektiv, das Canon EF-S 15-85 mm. Doch ich wusste, ich möchte mich verändern und möchte mehr aus der Fotografie machen.
Als ich die 6D das erste Mal in der Hand hielt, um ein paar Testfotos im Geschäft zu machen, wusste ich: Das passt! Nach ein paar Tagen durfte ich die Kamera endlich mein Eigen nennen. Da mein schönes altes 15-85 mm ein EF-S Objektiv für APS-C-Kameras war, funktionierte es an der EOS 6D leider nicht. Ein neues Objektiv musste her. Um möglichst flexibel zu bleiben, entschied ich mich für ein 24-105 mm.

Eines kann ich jetzt schon vorab sagen, die Kamera funktioniert noch immer ohne Probleme. Auch wenn diese jetzt schon die ein oder andere Auslösung hinter sich hat, begleitet sie mich noch wie am ersten Tag.

Haptik

Fangen wir mit einem ganz zentralen und auch wichtigen Punkt an. Wie ist die Kamera gebaut und wie fühlt sie sich an?

Hält man die 6D das erste Mal in der Hand so hat man, wie ich finde, ein ganz besonderes Feeling. Denn die Canon EOS 6D ist im Vergleich zu vielen anderen Kameras aus einem Magnesium-/Kunststoff-Mix gefertigt. Dieses Material macht die Kamera robust und leicht zugleich. Ein tolles Feature bei der Verwendung beider Materialien ist die direkte Integration von WLAN und GPS in das Gehäuse. Für viele andere Kameras werden Adapter oder sonstiges Zubehör benötigt, um diese Funktionen zu ermöglichen. Die 6D bietet dies alles ohne Umwege.
Außerdem ist die Kamera durch die Verwendung von Magnesium robuster gegenüber reinen Kunststoffgehäusen. So kann sie leichte Stürze aus einer normalen Höhe, meiner Erfahrung nach sehr gut wegstecken; auch wenn es jedes Mal ein kleiner Moment des Herzstillstands ist. Das heißt natürlich nicht, dass ein Sturz auch schief gehen kann.

Spritzwassergeschützt ist die Kamera leider nicht. Sie weist die üblichen Dichtungen auf, welche sie vor dem Eindringen von Staub schützt, jedoch halten diese kein Spritzwasser ab. Ich bin zwar einige Male mit der Kamera in einen Regenschauer geraten, doch im strömenden Regen würde ich sie jetzt nicht unbedingt benutzen.

Durch die ausgewogene Größe der Kamera liegt diese auch besonders gut in der Hand. Sie ist für meine Hände auch ohne Batteriegriff sehr griffig und ausreichend groß. An meinen Vorgängerkameras war ich schon fast gezwungen einen Handgriff zu benutzen, damit die Kamera besser in der Hand liegt.
Für die 6D habe ich mir im Laufe der Zeit zwar einen Batteriegriff angeschafft, jedoch eigentlich nur aus dem Grund, da ich auch oft Porträts fotografiere.

Bedienung

Irgendwie sind doch alle Canon Kameras von der Bedienung her ähnlich. Da ich schon immer mit Canon fotografierte, fiel der Umstieg nicht allzu schwer. Die Schalter, Tasten und Räder sind intuitiv angeordnet und man findet sich auch im „Blindflug“, also im Dunklen, sehr gut zurecht.
Manchmal jedoch finde ich die Steuerung über das Quickmenü ein wenig umständlich. Da ist man im Kopf schneller bei der Funktion, die man braucht, als die Kamera. Aber auch das ist nichts, was sich nicht in den Alltag integrieren lässt.

Anders jedoch verhält es sich mit der integrierten WLAN und GPS Funktion. Zwei wirklich tolle Features, die Canon in dieser Kamera integriert hat. Ich muss zugeben, dass ich die GPS Funktion deutlich öfters nutze, als das WLAN. Doch wenn ich mal das WLAN brauchte, war dies immer eine kleine Herausforderung. Denn selbst, wenn man es bereits benutzt hatte und alles eingerichtet war, wollte die Kamera sich partout nicht erneut verbinden. Oft half nur ein Zurücksetzen der WLAN-Einstellung. Doch wenn es funktioniert, ist es wirklich praktisch. Man kann die Kamera nicht nur mit einem Computer verbinden, sondern auch mit einem Smartphone. Man hat dann Zugriff auf die wesentlichen Einstellungen, kann tolle ferngesteuerte Aufnahmen machen und unterwegs Bilder auf das Smartphone laden, bearbeiten und sofort veröffentlichen oder teilen. In der heutigen Zeit von Facebook und Instagram, auf jeden Fall ein Pluspunkt.

Das GPS hat mir schon so manche schöne Reiseerinnerung wiedergebracht. Meistens aktiviere ich es, wenn ich auf Reisen bin, da ich mir gerne daheim meine Route und die Locations auf einer Karte ansehe. Aber nicht nur zum Nachverfolgen der Route ist es praktisch, denn die meisten Smartphones haben die Funktion in ihrer Fotobibliothek hinterlegt und man bekommt zum Ort alle Fotos angezeigt.
Leider verbraucht dieses tolle Feature sehr viel Strom, gerade wenn man lange unterwegs ist und keinen Zweit-Akku dabei hat, kann es einen schon in Bedrängnis bringen. Allerdings sollte man natürlich immer mehrere Akkus dabei haben und kann zur Not stromfressende Funktionen, wie das GPS, ausschalten.

Man kann sagen, abgesehen von den WLAN-Herausforderungen funktioniert die 6D immer sehr zuverlässig und hat mich in all der Zeit nicht einmal im Stich gelassen.

Bildqualität & Auflösung

Dies ist normalerweise der Grund, weshalb man sich eine Vollformat Kamera wie die 6D kauft und dies war auch in meinem Fall einer der ausschlagenden Gründe für die Kamera. Ich wollte weg vom APS-C-Format und meinen Horizont erweitern. Wie kann man dies besser als mit einer Vollformatkamera?
Die Bildqualität hat mich vom ersten Tag beeindruckt und tut es auch heute noch. Natürlich sind heutzutage 20 Megapixel nicht mehr das non plus ultra, aber muss es immer ein Arsenal an Megapixeln sein? Denn bei Vollformat kommt es nicht nur auf die Anzahl der Pixel an, sondern auch auf die Performance im Allgemeinen. Gerade die Low-Light-Performance habe ich bei vielen Projekten zu schätzen gelernt und ist nicht vergleichbar mit einer APS-C-Kamera. Das ISO Rauschen setzt wesentlich später ein und man hat einen tollen Spielraum, was das Bokeh angeht.
Natürlich sollte man wie immer im RAW-Format fotografieren, um am Ende ein größtmögliches Spektrum an Bearbeitungsmöglichkeiten, z.B. im Adobe Photoshop RAW Converter oder in Adobe's Lightroom, zu haben.

Fokussystem

Das Fokussystem der 6D reicht für so gut wie alles aus, was ich bisher fotografiert habe. Es gab nur sehr selten eine Situation, in der ich mir dachte, jetzt könntest du ein bisschen flotter oder genauer sein. Im Portraitbereich, bei unbeweglichen Motiven oder Landschaftsaufnahmen ohne Gegenlicht hatte ich nie Probleme. Wenn sich das Motiv schnell bewegt, kann es schon mal sein, dass der Autofokus nicht hinterher kommt.
Was mich manchmal doch ein wenig stört, sind die sehr zentral liegenden AF-Punkte, weshalb man für bestimmte Bildkompositionen trotz äußerem Punkt noch ein wenig schwenken muss. Bei richtigen Gegenlichtaufnahmen – wie ich sie jetzt oft in den Bergen hatte – musste ich zum mittleren Punkt wechseln. Dieser ist ein Kreuzsensor und traf dann doch immer sehr zuverlässig.

 

Abschließende Worte

Was kann man alles zur Einsteiger-Vollformatkamera von Canon sagen? Eigentlich doch eine ganze Menge. Die 6D begleitet mich nun seit mehr als drei Jahren. Ich habe die Kamera vom ersten Tag an zu schätzen gewusst und bin immer noch sehr gerne mit ihr unterwegs.

Denn Canon hat eine tolle Spiegelreflexkamera auf den Markt gebracht, die auch heute noch eine beachtliche Leistung bietet und gerade durch das aktuell hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis einen gelungenen Einstieg in die Vollformat-Klasse ermöglicht. Die überragende Bildqualität eines Vollformatsensors wird jedem ambitionierten Fotograf begeistern. Natürlich gibt es auf dem Markt Kameras, die deutlich professioneller sind, mehr Megapixel haben oder einen besseren Autofokus, doch ist man hier auch schnell bei dem doppelten oder dreifachen Preis. Auch der direkte Nachfolger, die Canon EOS 6D Mark II, liegt preislich deutlich höher, so dass die Verbesserungen der Videofunktion oder das Klappdisplays für mich im Moment uninteressant wären.

Ich kann diese Kamera wirklich nur jeden Um- und Aufsteiger ans Herz legen, der die Vorzüge des Vollformates genießen, aber nicht ganz so viel ausgeben möchte.

 

 

Positives zur Canon EOS 6D

  • Silent Mode – Geräuschreduzierte Aufnahme: Die 6D bringt einen sogenannten Silent Mode mit, welcher das Verschlussgeräusch deutlich hörbar reduziert. Dies ist gerade in ruhigen Umgebungen, z.B. in Kirchen ein deutlich (nicht) hörbarer Vorteil.

  • Kreuzsensor: Der mittlere Kreuzsensor verbessert die Fokussierung bei schlechten Lichtverhältnissen merklich im Vergleich zu den restlichen Sensoren.

  • Gehäuse aus Kunststoff  und Magnesium: Die EOS 6D verfügt über ein Gehäuse-Materialmix, welches die Kamera zum einen robust, aber auch leicht macht. Auch wird dadurch die Integration von WIFI & GPS direkt im Gehäuse möglich.

  • GPS Tagging für Fotos: Die 6D ist in der Lage, Fotos (auf Wunsch) mit GPS Geodaten zu versehen (GeoTagging). Damit lassen sich am PC die Fotos problemlos z.B. mit Google Maps verbinden bzw. integrieren.

  • WiFi – Steuerung über WLAN: Die Kamera verfügt über WiFi und kann ohne größere Probleme mit einem Computer oder dem Smartphone verbunden und dann darüber gesteuert werden. Stichwort Tethering.

  • Verwendung des Canon Akku LP-E6: Canon entschied sich bei der 6D den schon seit einigen Jahren eingeführten Akku LP-E6 zu verwenden. Dieser findet sich auch in vielen anderen Kameramodellen wieder.
    Serienbildgeschwindigkeit 4,5 Bilder/Sekunde: Für die meisten Situationen ist diese Geschwindigkeit mehr als ausreichend.

  • ISO-Bereich bis 102.400: Die Empfindlichkeit des Sensors der 6D ist weiter optimiert worden. Gerade in Kombination mit dem Vollformatsensor ist ein geringeres ISO-Rauschen, als bei APS-C Kameras zu bemerken.

  • HDR Modus: Die 6D bietet einen eingebauten HDR Modus, welcher automatisch mehrere Fotos mit unterschiedlicher Belichtung zu einem Foto mit hohem Dynamikumfang zusammenfügt

Negatives zur Canon EOS 6D

  • Anzahl Autofokus Felder: Die 6D hat insgesamt nur 11 Autofokusfelder.

  • Sensor Auflösung von 20,2 Megapixel: Natürlich gibt es mittlerweile Vollformatkameras mit 30 Megapixeln oder mehr. Aber die Frage ist, braucht man das wirklich?! Die 20 Megapixel liefern doch hervorragende Ergbnisse, auch für Ausdrucke in der Größe A1.

  • Nur 1 Kreuzsensor: Die 6D besitzt nur einen Kreuzsensor. Dieser mittlere Fokuspunkt trifft sehr zuverlässig. Vielleicht hätte Canon hier noch zwei weitere für den Randbereich spendieren können. Denn gerade im Gegenlicht könnte sich dies als hilfreich erweisen.

  • 97% Sucherbild: Die EOS 6D verfügt „nur“ über ein 97% Sucherbild. Die neue Canon EOS 6D Mark II besitzt ein 98% Sucherbild. Die EOS 5D Mark III zum Beispiel besitzt ein  Sucherbild mit 100%.

  • 1/4000 Sekunde Verschlusszeit: Für viele Situationen natürlich völlig asureichend. Wenn man jedoch offenblendig im prallen Sonnenlicht fotografieren möchte, dann stößt man mit 1/4000 Sekunde schon an die Grenzen der Machbarkeit.

Valentin Schnitzler

instagram.com/valentin.schnitzler

 


 

Canon EOS 6D

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