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Moody Moments - Paul Hüttemann

Das Genre Reportage- und Dokumentationsfotografie lebt vor allem von einzigartigen Momenten, die man so wahrscheinlich nie wieder erneut erleben kann. Paul Hüttemann aka huettehuette ist ein junger Fotograf aus Berlin und fängt seit 2018 Momente, unter anderem auf Konzerten von Lena Meyer-Landrut oder Wincent Weiss, ein. Er wurde von Paul Ripke entdeckt und bekam die unglaubliche Chance, seine Leidenschaft zum Beruf zu machen.

- Paul Hüttemann im Interview mit Melissa Stemmer

1. Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Zur Fotografie bin ich zufällig gekommen. Ich habe in Mainz Wirtschaftswissenschaften studiert, abgeschlossen und 1-2 Monate danach war die Hochzeit von einem Mannschaftskollegen, der mich fragte, ob ich diese filmen möchte. Dafür habe ich mir dann eine richtige Kamera gekauft und zuerst ging es tatsächlich nur um das Filmen. Die Fotografie kam erst ein halbes Jahr später dazu. Hier war es ebenso, weil eine Freundin anfragte, die Bikinis entwirft und produziert. Mit ihr hatte ich dann ein Shooting auf Mallorca und das würde ich als Startschuss für die Fotografie sehen. Das war im Februar 2018 und so bin ich dann in die Fotografie hinein gestolpert.

2. Wer oder was inspiriert dich?
Ich bin nicht so der Inspirationstyp muss ich sagen. Ich folge auf Instagram lediglich Leuten, die ich persönlich kenne und nicht anderen Fotografen, deren Bilder ich nur schön finde, die ich aber nicht kenne."Inspirieren" tun mich zum Beispiel Kolja Eckert ziemlich stark, aber eher nicht so „inspiriermäßig, sondern eher das ich die Arbeit bewundere. Bei jedem seiner Shots weiß ich nicht so richtig, wie er das angestellt hat. Zum Beispiel wie das Licht gesetzt ist oder das Setting war. So etwas finde ich mega cool. Das ist einer von den Fotografen, die ich grade sehr bewundere, jedoch inspirieren ist das falsche Wort, weil diese Art Fotografie nicht in meine Richtung geht. Ich arbeite ja eher mit natürlichem Licht).

3. Welche Rolle spielen Momente in deiner Fotografie und Filmproduktion?
Momente spielen bei mir eine sehr sehr große Rolle, da das für mich die schönsten Aufnahmen sind. Gerade bei Hochzeiten sind das die echtesten Momente, die es eigentlich gibt und diese liebe ich einzufangen.Das ist das, was mir aktuell am meisten Spaß macht. Allgemein beim Fotografieren einzigartige Momente einzufangen. Auch Backstage beim Konzert...das liebe ich einfach und ist das, was mich begeistert.

Behind the scenes

4. Was möchtest du bei denen Reportagen zeigen?
Auf die Tour mit Lena bezogen,möchte ich alles so real wie möglich halten. Den Moment festhalten wie er wirklich passiert. Das ist ja auch das Schöne an dem Beruf, dass Orte und Gelegenheiten kommen, die man so als „normaler Mensch“ gar nicht sieht. Zum Beispiel wie sich die Künstler vorbereiten oder wie die "Off-Days"; gestaltet sind. Das möchte ich einfangen und aus meiner Sicht zeigen, wie diese intimen Momente ablaufen.

5. Worauf kommt es bei deinen Reportagen und Konzertaufnahmen an? Planst du viel?
Ich bin nicht so der "Planer", weil ich auch nicht so der „Inspiration-Kerl“ bin. Ich stelle mir keine "moody-boards" zusammen oder will einen bestimmten Shot machen. Ich mache alles spontan, so wie es gerade kommt, wie das Licht und wie die Location ist. Da ich mich auf die Momente fokussiere, kann man dementsprechend auch nicht viel planen. Deswegen kommt es bei meinen Reportageaufnahmen darauf an, dass man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Dafür bekommt irgendwann auch ein Gefühl.

Konzertaufnahme mit Wincent Weiss

6. Welcher Moment ist dir besonders in Erinnerung geblieben? 
Das war in Indien auf den Gleisen. Dieser eine Moment, der wirklich im Kopf geblieben ist. Wir hatten vier Stunden Zugverspätung und in der Zeit bin ich einfach mit der Leica umher gewandert. Was in diesen vier Stunden so alles passiert ist, war schon faszinierend. Da war eine bitterarme Familie, ohne Schuhe, die mit den kleinen Kindern über die Gleise gelaufen ist. Diesen Moment habe ich fotografiert und das ist mir in Erinnerung geblieben.Allgemein Indien und Sri Lanka haben einfach unfassbar viel Spaß gemacht. Die Menschen dort abzulichten, weil sie alle so echt sind, so „real“ (auch wenn dieses Wort immer so blöd klingt), aber dieser Moment ist schon sehr einprägsam im Kopf geblieben.

Indien - Reportage

7. Was fotografierst du am liebsten? Ändert die Kamera dabei, was du fotografierst?

Am liebsten fotografiere ich People und Street, einfach die kleinen Momente im Leben. Klar gehören da noch die gestellten Portraits dazu. Diese machen auch super viel Spaß, denn dabei entstehen schließlich auch sehr sehr schöne und ästhetische Bilder.Doch am liebsten sind es diese echten Momente. Wie eben schon gesagt: Indien und Sri Lanka. Dort die Menschen in ihrem Alltag abzulichten war wirklich ein Traum und die Kamera ändert natürlich auch etwas dabei. Die Leica ist wirklich perfekt für Street- und People Photography, weil sie so handlich und einfach immer dabei ist. Die Sony wirkt eher als Arbeitsgerät. Wenn ich zum Beispiel Sport fotografiere, mache ich das mit der Sony, da das schon einen großen Unterschied ausmacht.

8. Wie würdest du deinen fotografischen Stil beschreiben?

Ich würde meinen Bildstil als sehr "moody" beschreiben. Die Art, wie ich fotografiere geht eher in die Richtung Streetfotografie, Reportage und Dokumentation. All die Stile, die den ehrlichen Moment ausmachen.

Lena-Meyer Landrut
Lena-Meyer Landrut - Shooting

9. Video oder Foto? Wo spielen Momente für dich eine größere Rolle? 
Ich denke per Foto, weil es dort schwieriger ist mit einem Bild eine Emotion an den Zuschauer zu übertragen. Bei Video hast du natürlich noch den Ton und die Musik. Bei Videoaufnahmen hört man alles, was vorher, nachher und drumherum passiert. Bei einem Foto gibt es nur ein Stillbild, deswegen spielen dort Momente eher eine wichtigere als eine größere Rolle.

10. Abgesehen von der Dokumentation aus dem Leben anderer, lässt du selbst deine Follower an deinem Leben teilhaben. Wie wichtig ist das für dich und deine Arbeit?
Wichtig ist es jetzt nicht für meine Arbeit an sich. Ich trenne beides auch strikt. Was ich in meinem Feed poste, bin nie ich, sondern meine Arbeit. In meinen Stories mache ich meinen Schwachsinn teilweise, wie ich Lust und Laune habe. Ich finde mein Gesicht hat in meinem Feed nichts zu suchen, weil ich ja am Ende doch Fotograf bin, aber in der Story kann man das schon mal zeigen. Deswegen ist es nicht super wichtig, doch man baut sich natürlich dadurch auch eine Community auf und das macht natürlich Spaß. Wenn es zum Beispiel Richtung eines Fotobuches geht, ist es am Ende schon schön, wenn es viele Leute kaufen. Und man kommt selbst in Kontakt mit dem einen oder anderen. Deswegen finde ich es diesbezüglich schon wichtig, denn man sollte auch immer wissen, welche Person hinter den Bildern steckt.

11. Was sind deine Ziele dieses Jahr? Hast du bestimmte Momente, die du unbedingt einfangen und mit der Welt teilen möchtest? 
Ja...ich hatte eigentlich ziemlich geile Ziele dieses Jahr, aber aufgrund des Virus sind die jetzt alle vom Tisch gefegt…nicht ganz weg, aber auf nächstes Jahr verschoben und das ist schon ein bisschen hart. Ich hatte mich sehr darauf gefreut. Zum Beispiel hätte ich Olympia begleiten dürfen und das ist nun erst nächstes Jahr. Das wäre für mich auch der schönste Job meines Lebens, weil ich liebe es Sport zu fotografieren. Wo es nur auf Sieg oder Niederlage ankommt. Das war ein Ziel, das jetzt aufgeschoben, aber zum Glück nicht aufgehoben ist.

12. Abschließend: Fotografie ist für mich...

...dass nicht jedes Bild perfekt sein muss. Es ist nicht immer wichtig, wie gerade der Fokus oder wie die Belichtung ist, sondern dass einfach der Moment zählt. Und dabei ist auch nicht immer das Equipment wichtig. Du musst einfach den Moment perfekt einfangen und danach kommt alles andere. Und das ist für mich Fotografie.

Indien
Wincent Weiss Hinter den Kulissen

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seine aktuellsten Arbeiten findet man auf seinem Instagram Kanal oder auf seiner Webseite.

 

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