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Selbstständig als Fotograf – Natalia Le Fays Alltag als Fotografin

Lesezeit: 10 Minuten - 13. Mai 2020 - von Natalia Le Fay

Der Alltag eines Selbstständigen kann sich grundlegend von dem Alltag eines Angestellten unterscheiden und doch gibt es viele Überschneidungen. Muss man in der Selbstständigkeit als Fotograf rund um die Uhr arbeiten? Sind Fotografen einfach nur sehr verwöhnt und haben ohne Ende Freizeit, knipsen hier und da und sitzen eventuell mal kurz am Rechner, um dann die Fotos an ihre Kunden zu schicken? In diesem Blogbeitrag werde ich aus meinem Alltag als Fotografin erzählen und die ein oder andere Wahrheit bestätigen oder auch widerlegen.

Dieser Blogbeitrag wurde von Natalia Le Fay geschrieben und bereitgestellt. Mehr über ihre Arbeit findest du hier Natalia Le Fay Wir freuen uns über dein Feedback zu diesem Beitrag! Schreib uns dazu einfach eine E-Mail an content@fotokoch.de

Tagesrhythmus eines Bürotages von Natalia Le Fay

An Tagen, an denen keine Foto-Shootings stattfinden:

  • 10:00 Aufstehen, Ein Glas Wasser trinken
  • 10:30 Sport
  • 11:00 E-Mails
  • 12:00 Schreibtisch aufräumen
  • 12:30 Social Media
  • 16:00 Bildbearbeitung, Videoschnitt, Mein Buch, Posts auf Social Media, neue Outfits basteln, Foto-Aktionen planen, Website aktualisieren
  • 18-19:00 Mittagessen
  • 02:00 schlafen gehen

Ein normaler Bürotag

Ich kann nur für mich sprechen, aber ich bin eine absolute Nachteule und daher stehe ich meistens erst gegen 10 Uhr auf. Ich schlafe im Grunde genauso lange wie jeder andere, nur dass ich immer erst gegen 2 bis 4 Uhr morgens im Bett bin. Anfangs fiel es mir sehr schwer, einen festen Rhythmus einzubauen. Zwar war ich von der Büroarbeit den Rhythmus gewöhnt, aber es ist etwas anderes, wenn man sein eigener Chef ist, keine festen Bürozeiten hat und auch noch von zu Hause aus arbeitet. Seit einigen Jahren beginne ich meinen Tag mit ca. 20 Minuten Sport, entweder Yoga, Pilates, Cardio oder HIIT. Ich war damals der absolute Sportmuffel, aber irgendwann fing ich mit Yoga an und merkte einfach, wie gut es dem Körper tut, wenn er zwischen dem ganzen Büro-Alltag auch mal etwas gefordert wird. Für mich ist daher der Sport nicht nur ein Hobby, sondern eine notwendige Routine vor der Arbeit, damit ich möglichst fit bleibe und auch motivierter in den Tag starte. Ab etwa 11 Uhr geht es ans Lesen und beantworten der E-Mails. Das dauert je nachdem auch schon mal länger, nicht jede Email ist in 5 Minuten beantwortet. Nachmittags verbringe ich mehrere Stunden auf Social Media, überwiegend Facebook & Instagram. Ich lese eure Antworten, Kommentare und Fragen, ich bin in mehreren Gruppen aktiv, ich schreibe auch mit Designern, Models und Kunden, treffe weitere Absprachen oder plane kommende Fotoshootings. Social Media ist mein Haupt-Marketing-Plattform. Daher ist es wichtig, nicht nur regelmäßig zu posten, sondern auch aktiv zu interagieren.

Erst gegen 16:00 geht es an die Bildbearbeitung – hier verbringe ich die meiste Zeit und versuche auch immer ein Minimum an 2-3 Fotos zu bearbeiten. Manchmal ist es viel mehr, manchmal sind es auch nur 1-2 Fotos. Kreativität lässt sich nicht erzwingen und wenn ich merke, dass es überhaupt nicht funktioniert, mache ich bewusst etwas anderes. Aktuell schneide ich zB. an einem Videoprojekt. Auch an meinem Buch arbeite ich noch immer. Nebenbei plane ich Foto-Aktionen und neue Outfits. Andere Aktivitäten versuche ich zwischen die Bildbearbeitung zu schieben, damit ich mehr Abwechslung habe. Wenn ich damit durch bin ist es meistens schon nach 2 Uhr morgens.

Tagesrhythmus eines Shooting Tages

  • 8/9:00 Uhr aufstehen
  • 9:00 Uhr Studio aufräumen, Outfits vorbereiten, Makeup rauslegen
  • 10/11:00 Uhr Kunde kommt
  • 12:00 Uhr Fotoshooting
  • 14:00 Uhr Small-Talk mit Kunden
  • 1600 Uhr Mittagessen
  • 17:00 Uhr Fotoauswahl vom heutigen Shooting und Videoschnitt der Behind the Scenes Aufnahmen
  • 19:30 Uhr Social Media, Posting, Austausch etc
  • Bis ca. 02:00 Uhr Fotobearbeitung etc.

An Shooting Tagen entfällt der mittlere Teil. In der Regel beginnen Fotoshootings gegen 10/11 Uhr bei mir, dh ich stehe eher auf und bereite Outfits und Make Up vor. Da ich mir immer so viel Zeit für Shootings nehme wie nötig, verabschiede ich meine Kunden oft erst gegen 16/17 Uhr. Nach dem Shooting sortiere ich die Fotos und erstelle möglichst noch am selben Tag die Fotoauswahl, die meine Kunden noch am Abend erhalten. Danach bearbeite ich Fotos oder nehme mir auch tatsächlich mal eine kleine Auszeit, schreibe mit Freunden oder spiele am Rechner oder an der Switch.

Fotoreise Schottland

Selbstständige haben keine Freizeit!?

Nach dem letzten Absatz sollte klar sein, dass das so natürlich nicht stimmt. Aber alles was ich im Alltag mache, ist auch weitestgehend arbeitsbezogen. Ich liebe meinen Job, die Fotografie und das ganze Fantasy Universum und so beschäftige ich mich zu jeder Zeit mit etwas, was im Weitesten damit zu tun hat. Wenn ich Fantasy Bücher und Filme konsumiere, bereichere ich mich an Ideen und Inspirationen. Wenn ich draußen unterwegs bin, halte ich immer die Augen nach einer neuen Location offen, auf Reisen nehme ich euch auf Instagram mit und mache Fotos. Ich filme meinen Alltag und poste täglich Storys auf Instagram. Das alles ist auch meine Arbeit, aber ich nehme es nicht als Arbeit wahr, denn das was ich mache, liebe ich und es macht mir Spaß. Komplett abschalten – das geht hingegen nur sehr schwer. Die Gedanken kreisen immer um den Job.

Das ich meine gesamte Zeit darin investiere ist für mich nicht schlimm. Ich vermisse nichts und beschwere mich nicht über meine Arbeitszeiten. Wenn mir die Selbstständigkeit keinen Spaß machen würde, sehe es anders aus. Daher sollte vor allem eins immer da sein: Die Freude an dem, was wir tun. Dann spielt es fast keine Rolle mehr, wie viel Zeit wir pro Tag darin investieren.

„Du hast viel mehr Freizeit als ich, und kannst jederzeit Feierabend machen oder in den Urlaub fliegen!“

Mehr Freizeit – das dem nicht so ist, sollte dir ja bereits klar sein. Aber ja, einer der größten Vorteile ist es, dass ich selber bestimmen kann, wann ich Feierabend mache und in den Urlaub fliege. Niemand kann mir das vorgeben, außer mir selber. Das ist für mich definitiv der größte Luxus der Selbstständigkeit und ganz ehrlich, das möchte ich auch nicht mehr missen! ABER – wann immer ich Feierabend mache oder in den Urlaub fliege heißt es auch – in der Zeit verdiene ich kein Geld. Im Angestelltenverhältnis ist der Urlaub in der Regel vergütet, bei Selbstständigen nicht. Wenn man sich komplett ausklinkt und 2 Wochen nicht mal auf Emails reagiert kann es sogar passieren, dass man große Aufträge in der Zukunft verpasst, weil man nicht innerhalb weniger Tage reagiert hat.

Jeder kann selbstständig sein?!

Nein! Obwohl ich der Meinung bin, dass es jeder versuchen sollte, der es wirklich will. Es gibt einfach den Typ Mensch, der nicht dafür geeignet ist. Das hat nichts mit Unfähigkeit in dem Bereich zu tun, sondern damit, dass nicht jeder für sich selber seinen Alltag organisieren kann. Zudem gibt es noch die intrinsische Motivation. Das ist der innere Anreiz, der durch die Tätigkeit selber motiviert ist und nicht durch Erreichen des Ergebnis. Du musst dich ganz ehrlich fragen: Wieso fotografiere ich? Wenn der größte Anreiz Geld ist, liegt zwar eine extrinsische Motivation vor, aber nicht unbedingt eine intrinsische. Wenn du nur fotografiert, weil du damit Geld verdienen kannst, handelt es sich nicht um deinen Traumjob. Denn bei einer intrinsischen Motivation bleibst du auch dran, wenn es kein Geld oder eine sonstige Belohnung gibt.

Wenn du eher der Typ bist, der gerne Vorgaben bekommt, feste Arbeitszeiten und Aufgaben hat, dann wird die Selbstständigkeit nicht das richtige für dich sein. Man kann sich bis zu einem gewissen Grad entwickeln und anpassen, aber es gibt auch einfach Menschen, die in der Selbstständigkeit unglücklich werden. Wenn du es wirklich willst – dann probiere es trotzdem! Ob du selbstständig sein kannst, weißt du erst, wenn du es probiert hast. Niemand anderes kann und sollte das für dich entscheiden!

Was ist wichtig, wenn man mit der Fotografie selbstständig ist?

  • Selbst-Organisation

  • Zeitmanagement

  • Routinen

  • feste Arbeitszeiten können hilfreich sein, je nach Art des Jobs aber nicht immer umsetzbar (v.A. bei kreativen Tätigkeiten mit Dienstleistung)

  • ein aufgeräumter Arbeitsplatz (glaubt mir, nichts ist schlimmer als Chaos, in dem nichts wieder findet)

  • intrinsische Motivation – mache ich den Job, weil mir die Tätigkeit an sich Spaß macht, oder weil es eine Belohnung gibt? (Geld, Glückliche Freunde/Kunden etc)

Stehst du gerade am Anfang deiner Selbstständigkeit und möchtest mehr zum Thema Marketing lernen? Dann buche ein Coaching bei mir, entweder stundenweise oder als Ganztags Coaching. Wir besprechen vorab per Email deinen genauen Schwerpunkt, welche Themen besonders wichtig für dich und deinen Job sind. Buche dein Coaching bei mir im Shop oder schicke vorab eine Email an hello@natalialefay.com

Mehr von Natalia Le Fay findest du auf ihrer Website und bei instagram @natalia_lefay

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