Die Insel Santorin, meine Fotografie und Ich

 

 

René Olejnik fotografiert vorwiegend Landschaften, Menschen und auf seinen zahlreichen Reisen. Schon in jungen Jahren hat er seine Leidenschaft für die Fotografie entdeckt, doch durch einen Zufall auf einer Reise fand er in Santorin einen Ort, welcher seine Leidenschaft völlig neu entfachte.
In diesem Gastbeitrag gewährt René uns einen Einblick in seine ganz besondere Beziehung zu dieser beliebten Destination, seine Art zu fotografieren und verrät wie er seine Motive entdeckt.

 

von René Olejnik

Rene Olejnik - Santorin - Teaser

Die Geschichte beginnt im Jahr 2012 bei einem Tagesausflug, den wir während unseres Kreta Urlaubs unternommen haben. Kreta war für mich schon lange kein unbekannter Ort mehr, da ich bereits als Kind mit meinen Eltern dort war. Für mich hat diese Insel einen ganz besonderen Platz in meinem Leben eingenommen. Unser Tagesausflug führte uns diesmal auf die unauffällige, nördlich gelegene Insel Santorin. Die fast schon magische Anziehungskraft, welche mich bis heute nicht loslässt, bemerkte ich bereits als wir mit dem Katamaran in die Caldera fuhren.

Schon während des Ausflugs habe ich beschlossen, dass dies nicht mein letzter Besuch bleiben würde. Die Entscheidung über ein Urlaubsziel im nächsten Jahr wurde mir dadurch sehr schnell abgenommen. Santorin. Gar keine Frage. Die Insel war meine erste Wahl.
Das kleine griechische Archipel im Süden der Kykladen bietet nicht nur Urlaubern eine Vielzahl an außergewöhnlichen Möglichkeiten, sondern offeriert auch Fotografen eine große Menge an spannenden Locations. Die Anziehungskraft ergreift einen schneller als man sich darauf vorbereiten kann, bevor man den ersten Fuß auf die Insel setzt oder seine Kamera in Stellung gebracht hat. Dabei ist es egal, wo man sich aufhält, man trifft überall Menschen aus sämtlichen Ecken und Ländern dieser Welt,  und jeder einzelne hat eine ganz eigene, persönliche Geschichte zu Santorin zu erzählen.

Neben den Touristen sind auch enge Freundschaften mit den Einheimischen entstanden, wodurch ich mich nicht mehr bloß als Gast, sondern als ein Teil der Familie fühle.

Santorin war, und ist bis heute von großer Bedeutung für meinen Werdegang als Fotograf.  Als ich im Jahr 2013 angefangen habe meine Santorin Bilder auf Instagram zu posten, war das Feedback großartig. Immer wieder haben mir Leute berichtet, dass meine Fotos der Auslöser für eine Reise nach Santorin waren. Damit hätte ich nie gerechnet, und doch erfüllt es mich mit Stolz, dass ich die Menschen mit meinen Bildern in diesem Ausmaß inspirieren kann.

Jeder der einmal eine Reise unternommen hat und sich im Vorfeld über alles kundig machen wollte, kennt die üblichen Reiseführer, ihre Fotos und die sich ständig wiederholenden Motive. Jedoch suche ich nach Motiven die man nicht im Reiseführer findet. Warum sollte ich ein Motiv nutzen, das jeder fotografiert? Das Unbekannte macht den Reiz aus.
Obwohl ich mich bereits ausgezeichnet auf dieser kleinen Insel auskenne, hält sie jedes Mal aufs Neue Überraschungen bereit. Mein wohl wichtigster Ratschlag ist: Fahrt nicht zur Hauptreisezeit! Die Insel ist auch in der Nebensaison sehr schön. Außerdem habt ihr mehr Ruhe um interessante Motive zu suchen und euch voll und ganz auf eure Fotografie zu konzentrieren, wenn es nicht komplett überfüllt ist.

Ein besonderes Highlight welches ich jedem ans Herz legen kann, ist das griechisch-orthodoxe Osterfest. Es ist ein einzigartiges Flair, das die ganze Insel sowie die Einheimischen umgibt. Beispielsweise wird die im Zentrum der Insel gelegene Stadt Pygros rundherum mit Fackeln und Feuerschalen beleuchtet.
Während die Insel im Frühling in Blumenpracht erblüht, zeigt sie sich im Sommer von einer eher kargen und trockenen Seite.
Ein weiteres unbeschreibliches Erlebnis zu jeder Jahreszeit sind die Sonnenuntergänge über der Caldera! Diese kann man von sehr vielen Orten auf Santorin genießen, wo jeder garantiert seinen ganz persönlichen Lieblingsplatz finden wird. Als Fotograf will man die Schönheit jedes einzelnen einfangen.

Auf der Suche nach neuen Motiven laufe ich nicht nur durch die Landschaften, sondern auch durch die kleinen Ortschaften. Diese haben eine entschleunigende Wirkung auf mich. Genau das, was man braucht, wenn man aus der hektischen Zeit ausbrechen möchte. Die Orte sind auf der ganzen Insel verteilt und bieten immer wieder ein wunderschön-romantisches Motiv.
Außerordentlich faszinierend ist die Farbenpracht der unzähligen Lavasteine, welche besonders zum Sonnenauf- und untergang ein atemberaubendes Farbenspiel bieten.
Wer sich seine Zeit an den Stränden Santorins vertreiben möchte wird auch hier nicht nur den typischen Sandstrand finden, sondern auf einen bunten Anblick aus schwarzen, roten, oder sogar weißen Steinen stoßen.
Des Weiteren findet ihr hier immer wieder riesige, vorwiegend aus Bimsstein bestehende Steinformationen, die einem das Gefühl vermitteln man würde durch die Kulisse eines Star Wars Films laufen.

Andererseits kann pures Sonnenlicht für uns Fotografen auch schnell langweilig werden. Wenn die Wetterbedingungen stimmen, bekommt man mit ein wenig „Glück“ ein großartiges Naturschauspiel zu sehen. Die Wolken, die sich über der Caldera bilden und über ihren Rand aufsteigen verwandeln sich in völlig surreale Formationen. Es sieht fast so aus, als ob die Kreuzfahrtschiffe, die in der Caldera ankern, auf den Wolken fahren.
Kennt ihr das, wenn man in genau so einer Situation die Kamera im Hotel vergessen hat? Ich leider schon!

Vor etwa zwei Jahren habe ich den Entschluss gefasst mein fotografisches Können neben der Reise- und Landschaftsfotografie durch die Portraitfotografie zu erweitern. Die Frage nach dem Ort war erneut schnell beantwortet. Somit fand mein erstes Portraitshooting auf der Insel statt. Das Model teilte fast die gleiche Geschichte mit der Insel wie ich.
Neben allem was ich in den letzten Jahren gelernt habe, ist die Verbindung von Menschen auf der ganzen Welt durch die Fotografie wohl eins der wichtigsten Dinge. Diese Verbindung zu nutzen bringt mir große Freude.

Mein Equipment habe ich in den letzten 2 Jahren immer wieder verändert, erweitert und an meine Bedürfnisse angepasst. Inzwischen ist es ein Equipment passend für alle Situationen, von Landschafts- und Reisefotografie bis hin zur Portraitfotografie.
Zur Zeit befindet sich eine Sony Alpha 7RII mit diversen Objektiven in meinem Rucksack und die Möglichkeiten die mir diese Kamera bietet erstaunt mich immer wieder. Die Vielzahl an Objektiven und Einstellmöglichkeiten lässt mir hierbei sehr viel Spielraum bei der Auswahl meiner Motive. Der hohe Dynamikumfang des Sensors lässt für die finale Bearbeitung keine Wünsche offen.

Oftmals bekomme ich die Frage gestellt: René wie findest du deine ganzen Motive? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Seid immer wachsam und geht mit offenen Augen durch die Welt. Vieles hat mit Glück und Zufall zu tun. Trotzdem plane ich oft schon im Voraus welche Route ich gehen möchte. Hierbei ist vor allem Google Maps in Verbindung mit Streetview ein nützliches Werkzeug. Ferner nutze ich Apps wie Sun Surveyor, um den genauen Stand der Sonne zu einer gewissen Uhrzeit an einem bestimmten Ort zu erfahren.

Ich hoffe ich konnte euch Santorin und meine Fotografie näher bringen.

Die nächste Reise steht bald an und die Vorbereitung laufen bereits.

 

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06-2018 / VS


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