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Sony Alpha 7R IV vs. 7R III

Lesezeit: 10 Minuten - 12. März 2020 - von Niels Stiefeling

Wieder einmal hat Sony mit der Sony Alpha 7R IV ein neues Gerät auf den Markt gebracht, das in fast allen Bereichen kleine Verbesserungen mit sich bringt. Nachdem die dritte Generation einen enormen Qualitätssprung gemacht hat und Sony auf einen Schlag zu einer ernsthaften Alternative für alle Profis geworden ist, stellt sich nun die Sinnfrage. Sind die Upgrades groß genug, um direkt zur RIV statt der RIII zu greifen? Und für wen lohnt sich das neue – oft als Megapixel-Monster bezeichnete – Gerät wirklich?
Ich habe die neue Kamera unter die Lupe genommen und mit meinen Erfahrungen mit meiner eigenen Alpha 7R III verglichen.

1. Form und Ergonomie der Sony Alpha 7R IV

Die Sony Alpha 7R IV hat im Vergleich zu seinem Vorgänger einige Upgrades in den Bereichen Form und Ergonomie erhalten. Auf den ersten Blick fällt vor allem der etwas tiefere Griff auf, der die Arbeit mit großen Händen oder während längeren Sessions deutlich angenehmer gestaltet. 
Dabei geht man dem aktuellen Trend entgegen, spiegellose Kameras immer kleiner werden zu lassen. Meiner Meinung nach ist dieser Schritt der absolut richtige, mit der RIV möchte man eine Kamera anbieten, die sich vor allem an Profis richtet. Gewerbliche Fotografen, die bereits mit einer Canon 5DIV oder einer Nikon D850 gearbeitet haben, werden nur schweren Herzens eine kleine Bauweise gegen Robustheit und Ergonomie eintauschen. Mit der aktuellen Bauweise geht man einen sehr guten Kompromiss ein zwischen einer kleinen Baugröße und einer besonders angenehmen Handhabe. 

Doch auch im Bereich der verschiedenen Knöpfe wurden zwar kleine, aber durchaus sinnvolle Änderungen vorgenommen. Jeder Knopf steht etwas weiter aus dem Gehäuse hervor, ist dementsprechend leichter zu finden und auch mit Handschuhen leichter zu treffen. Auch neu dazugekommen ist der Arretierungsknopf am Drehrad für die Belichtungskorrektur, damit kann man sichergehen, die Helligkeit des Bildes nicht unabsichtlich zu verändern. Ich muss allerdings zugeben, dass mir das bei der Alpha 7R III bisher auch kein einziges Mal passiert ist.

Was sich allerdings immer noch nicht geändert hat, ist die Integration des Touchscreens. Weiterhin lässt sich damit nicht durch die gemachten Bilder oder Menüs navigieren, auch eine Funktion - mit der man wie vom Smartphone gewohnt - in das Bild zoomen kann ist leider nicht vorhanden.
Stattdessen wird der verbaute Touchscreen allein für das Setzen des Autofokuspunktes verwendet. Das ist leider nach wie vor ungenutztes Potenzial und sollte im Jahr 2020 deutlich besser möglich sein – vor allem, wenn die nötige Technik schon seit mehreren Generationen verbaut ist.

Neu dazugekommen: Der Arretierungsknopf an der Belichtugnskorrektur
Verbesserte Knöpfe und neuer Joystick
Die SD-Kartenslots haben die Plätze getauscht

1.1 Sucher
 

Einer der Hauptfaktoren bei der Entscheidung zwischen dem Kauf einer Alpha 7RIII oder meiner 7RIII war für mich vor allem auch der deutlich bessere Sucher der höher auflösenden 7RIII.
Die neue Alpha 7R IV hat in diesem Bereich sogar nochmal eine Schippe draufgelegt. Dieser löst mittlerweile mit beeindruckenden 5,76 Mio. Pixeln auf. Das resultiert in einem klaren, sehr scharfen Bild und ist auf einem Level mit dem Branchenprimus bei Panasonic S1 (5,8 Mio.), liegt deutlich vor Nikons spiegellosen Flaggschiff Z7 (3,69 Mio.), oder den hauseigenen Alpha 7 III (2,4 Mio.) / 7R III (3,7 Mio.). 
In der Praxis hat sich dieser auf dem Papier doch sehr große Unterschied allerdings nicht allzu stark ausgewirkt. Schon der Sucher der RIII ist klar und scharf, beim Fotografieren fühlt man sich nie benachteiligt oder behindert, weil man durch einen elektronischen Sucher schaut. Vor allem, wenn man die Darstellung mit 120 Bildern pro Sekunde startet, hat man ein sehr angenehmes Sucherbild. Im direkten Vergleich wird allerdings doch ein Unterschied sichtbar. Während des manuellen Fokussierens mithilfe der Bildschirmlupe ist der Sucher der neuen 7R IV nochmal etwas angenehmer.

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Der Autofokus erstreckt sich beim neuen Modell nun über einen deutlichen größeren Bereich des Bildes. Vergleicht man die technischen Daten der beiden Kameras, bietet die RIV mit 567 Autofokuspunkten über 87 % des Bildes erstreckt deutlich mehr als ihr Vorgänger. Diese hatte im direkten Vergleich noch 399 Punkte, die 68 % des Sensors abdeckten. Damit lassen sich mit dem neuen Autofokussystem in der Theorie nicht nur neue Kompositionen umsetzen, da das Motiv noch weiter an den Rand des Bildes wandern kann. Auch in der Bildmitte sind feinere und damit auch genauere Ergebnisse des Autofokus erwarten.

Was Sony in diesem Punkt über die letzten Jahre erreicht hat, ist fast unglaublich. Bei Start der neuen spiegellosen A7 Reihe war man meilenweit abgeschlagen von dem verlässlichen und starken Autofokus der Kameras der etablierten Hersteller wie Canon oder Nikon. Mittlerweile hat sich Sony in diesem Punkt allerdings vielleicht sogar zum Branchenprimus entwickelt und bietet nicht nur ein zuverlässiges System, sondern zusätzlich einen Haufen verschiedener Autofokuspunkte und Features wie den kontinuierlichen Augen-AF. Dieser ist mittlerweile so ausgereift ist, dass die Konkurrenz besonders in diesem Punkt noch nicht ganz mithalten kann. Besonders bei Portrait-Sessions ist das auch in der Praxis wirklich Gold wert. Das Scharfstellen des Auges wird nicht mehr zur herausfordernden Arbeit, sondern sicher vom System übernommen. In der Zwischenzeit hat man als Fotograf viel mehr Zeit, sich mit dem Model zu beschäftigen, Anweisungen zu geben oder den Bildaufbau sauber zu gestalten.

Im Härtetest war die Performance des Autofokus beider Kameras allerdings vergleichbar. Wir haben einen Hund direkt auf die Kamera zulaufen lassen und geschaut, welche Kamera besser mit dem sprintenden Tier mithalten kann. Beide Kameras kommen bei weitem nicht auf eine Trefferrate von 100 %. Wer verlässlich und konstant jedes Bild scharf treffen möchte, sollte wohl doch eher zur dafür konstruierten Sony Alpha 9II greifen. Was die beiden hochauflösenden Kameras mit ihrer Datenwucht auf die Strecke bringen, ist am Ende allerdings beeindruckend. Durch die 10 Bilder/s entstehen ausreichend viele Bilder, von denen ein ausreichend großer Teil zu nutzen ist. Tendenziell scheint der Fokus der neuen RIV noch einen Hauch verlässlicher zu sein. Welten an Unterschied sind das allerdings nicht.
Ebenfalls zu erwähnen: Der neue Tier-Augenautofokus greift in den hektischen Action-Situationen bei keiner der beiden Kameras zuverlässig. In ruhigen Momenten erkennt die Kamera allerdings sicher das Auge des Tieres und stellt entsprechend scharf.

Auch nett und eine Erwähnung wert:
Das Autofokusfeld lässt sich mittlerweile farbig einstellen. Das klingt erst nach einem Feature, das dem Fotografen schwer auch nur ein müdes Lächeln abringen kann, aber ist in der Praxis letzten Endes wirklich von großem Nutzen. Es kommt öfter vor als man denkt, dass man in dunklen und hektischen Situationen nicht den AF-Punkt findet und fluchend vor einer hellen Fläche das aktuelle AF-Feld sucht.

Der Augen-AF der Sony Alpha 7R IV im Einsatz
Autfokus bei laufendem Hund

Im Bezug auf schnelle Action oder Wildlife-Fotografie ist natürlich nicht nur die Treffsicherheit, sondern auch immer die Serienbildgeschwindigkeit in Kombination mit der Buffer-Tiefe entscheidend. Dass man hier hinsichtlich der um 32 % gestiegenen Auflösung auf ähnliche Werte kommt, ist beeindruckend. Auch mit 61 Megapixeln kann man weiterhin mit 10 Bilder/s aufnehmen. Bei der RIII waren noch 76 komprimierte RAWs möglich, bei der RIV sind es immerhin noch 68, bis der Buffer voll ist.

Wechselt man in den APS-C (oder wie Sony es nennt: Super 35) Modus der Kamera hat man weiterhin starke 26 Megapixel zur Verfügung (das ist bei vielen Herstellern die absolute Oberkante der APS-C Auflösung) und kann so sogar ganze 250 RAWs am Stück aufzeichnen. In Grenzsituation ist das sehr nützlich, man bekommt gleichzeitig mehr Reichweite und eine längere Serienbildaufnahme.

 

Der größte Unterschied der beiden Kameras ist natürlich ganz klar die Auflösung. Bei niedrigen ISO-Werten bringt das neue Sony Modell eine unglaubliche Detailtiefe und viel Platz zum zusätzlichen Zuschneiden mit sich. Man merkt, dass man bei seiner Arbeit umdenken muss/kann. Oft ist die anfängliche Bildgestaltung nicht mehr allzu kritisch. Auch Close-ups sind mit einer hohen Auflösung und guten Qualität nachträglich möglich.
Der Pixelshift-Modus erhöht die Differenz der Auflösung noch weiter und lässt es zu, Bilder mit bis zu 200 Megapixeln zu erstellen. Das ist natürlich ein Detailgrad, der nicht mehr für jeden Anwendungsbereich gebraucht wird und am Ende auch wirklich sinnvoll ist.
Für Landschafts-, Architektur- oder Produktaufnahmen kann man aber natürlich nie genug Details einfangen. Hierfür werden 16 Aufnahmen zu einer Einzigen verrechnet, während der Bildstabilisator den Sensor um jeweils einen halben Pixel in verschiedene Richtungen verschiebt. Das bedeutet im Klartext: Ein Stativ ist für diesen Aufnahmemodus Pflicht. Bei Landschaften fällt schnell ein Problem auf: Wenn man bewegte Objekte im Bild hat, verschwimmen diese zu einem Pixelbrei. In der Beispielaufnahme sieht man das besonders gut an den Bäumen.

Wer diesen Detailgrad wirklich braucht, wird es selbst am besten wissen. Die Funktion ist allerdings nur in einem Grenzbereich wirklich praktisch sinnvoll zu nutzen: In kontrollierten Umgebungen mit unbewegten Motiven. 
Bearbeitet werden müssen die Aufnahmen folgend zwingend mit der von Sony eigens entwickelten Software "Imaging Edge Desktop" am Computer. Die Bilder können nicht Kamera-intern verrechnet werden, auch andere gängige RAW-Converter unterstützen diesen Modus nicht.

Der Pixelshift-Modus macht Aufnahmen mit bis zu 240 Megapixeln möglich
Das gleiche Bild..
..in einem anderen Zuschnitt.

3.1 Low Light
 

Durch die deutlich höhere Pixelanzahl ist zu erwarten, dass die Leistung bei hohen ISO-Werten deutlich abnimmt. Im direkten Vergleich lassen sich ab ISO 20.000 auch tatsächlich einige Unterschiede entdecken. Die fallen in der totalen allerdings nicht so groß auf. Dementsprechend lässt sich festhalten: Wer auf eine besonders gute Low Light Performance setzt, ist mit der Alpha 7 RIV nicht optimal bedient. Die hohe Pixelanzahl lässt das allerdings schon vermuten. Wenn dieser Aspekt weit oben auf der Prioritäten-Liste steht, sollten damit sowohl die RIII als auch die RIV nicht auf der Wunschliste stehen. Bis ISO 6400 sollten Aufnahmen allerdings problemlos erstellt werden können. Das ist im Hinblick auf den Detailgrad wirklich beeindruckend. 

Was im Test allerdings auffiel und doch überrascht hat: In äußersten Extremsituationen scheint die neue Sony Alpha 7 RIV besser zu performen. Die beiden nachfolgenden Bilder sind mit identischen Einstellungen aufgenommen worden. Als ISO-Wert wurde 20.000 gewählt und nachträglich das Bild um eine ganze Blendenstufe heller gezogen. Wie zu erwarten, ist das Bild der höherauflösenden Alpha 7RIV körniger und hat ein stärkeres Rauschen. Was allerdings auffällt und den Gesamteindruck des Bildes viel stärker beeinflusst, ist der starke Farbstich, der sich bei der Aufnahme des Vorgängers einschleicht. Hier ist im oberen Bereich des Bildes eine Farbverschiebung ins grünliche zu erkennen, während die Alpha 7RIV zwar gehörig rauscht, aber recht farbtreu bleibt. 

 

Sony Alpha 7R III | ISO 20.000 | eine Blende heller bearbeitet
Sony Alpha 7R IV | ISO 20.000 | eine Blende heller bearbeitet

Das ist neu: 

  • neuer Sensor mit einer Auflösung von 61 Megapixeln (42,4 Megapixel bei der Sony Alpha 7 R III)
  • 567 Autofokuspunkte mit einer Abdeckung von 86,5 % des Bildes. (68 % bei der Sony Alpha 7R III)
  • großer Buffer im Crop Mode lässt bis zu 250 Serienbilder mit 10B/s zu
  • der Sucher löst nun mit 5,76 Mio. Pixeln auf (vs. 3,7 Mio. in der 7R III)
  • verbesserte Ergonomie und Griff
  • Pixel-Shift Modus erstellt Aufnahmen mit bis zu 240 Megapixeln 
  • Arretierungsknopf an der Belichtungskorrektur
  • Augen-AF auch im Videomodus
  • Austausch der beiden SD-Kartenslots
  • angepasste Knöpfe und verbesserter Joystick
  • farbig einstellbares AF-Feld
  • angepasste Menüführung und leichter erklärte Einstellungen
  • farbstabiler bei hohen ISO-Werten

Das ist gleich geblieben:

  • der ISO-Bereich (50-102.400)
  • Serienbildgeschwindigkeit von 10 Bildern/s
  • der Akku
  • im Videomodus weiterhin 4k@30fps und FHD@120fps
  • 5 Achsen Stabilisator
  • Dynamic Range
  • Touch-Funktionalität

Fazit der Sony Alpha 7R IV

In Summe lässt sich festhalten, dass Sony mit der neuen Sony Alpha 7R IV wieder Schritte in die richtige Richtung macht. Mit der Ausstattung und vor allem auch dem nicht zu vernachlässigenden Preisschild richtet man sich eben vorrangig an Profifotografen, die mit der Fotografie ihren Lebensunterhalt bestreiten. Behält man dies im Hinterkopf, muss man neidlos anerkennen, dass die Kamera sich in fast allen Bereichen ein kleines bisschen professioneller anfühlt. Was dabei besonders positiv auffällt: Sony scheint auf seine Kunden zu hören, implementiert von Generation zu Generation immer wieder auch die Wünsche ihrer Kunden. Seien es auch nur Kleinigkeiten wie die neue Anordnung der beiden SD-Kartenslots oder dem Integrieren eines farbigen Fokusfeldes. Am Ende lässt sich allerdings sagen:
Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass mit der neuen R IV Aufnahmen möglich wären, die nicht auch mit der RIII umzusetzen sind. Für einen immensen Sprung bewegt sich Sony bei ihren Kameras bereits auf einem zu hohen Niveau.
Wer allerdings das rundere Gesamtpaket möchte, wem die verbesserte Haptik und Bedienbarkeit wichtig ist, oder wer für großflächige Drucke oder die kreativen Möglichkeiten von nachträglichen Zuschnitten einfach gerne viele Megapixel haben möchte, ist besser bedient mit dem neusten Mitglied der Alpha 7R Reihe.
Falsch kann man bei der Wahl zwischen den Modellen eigentlich nichts machen. Und einen positiven Nebeneffekt hat die Veröffentlichung so oder so: Der Preis der wunderbaren Sony Alpha 7R III wird sinken und so vielleicht auch für mehr ambitionierte Hobbyfotografen eine echte (erschwingliche) Alternative.


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