Tipps für die Silvester Fotografie

So gelingt das perfekte Foto von der Silvesternacht

Es ist wieder soweit, der Jahreswechsel steht vor der Tür. Hast du schon einen Plan, wie du Silvester verbringst? Die große Party, ein Städtetrip oder doch lieber gemütlich zuhause? Die Silvesternacht eignet sich in jedem Fall perfekt, um das Feuerwerk zu fotografieren.

Schlechte Lichtverhältnisse und ein flüchtiges Motiv: Ein Feuerwerk zu fotografieren ist für Hobbyfotografen eine kleine Herausforderung. Damit bei deinem Foto nichts schiefgeht haben wir in diesem Artikel einige Tipps und Tricks für dich gesammelt, damit du ein prächtiges Bild fotografieren kannst.

Das Teaserfoto in diesem Beitrag hat unser Fototrainer Eugen Kamenew während des Feuerwerk Fotografieren Workshops gemacht. Die weiteren Feuerwerksbilder kommen von: Erwan Hesry, Daniel Olah, Zuza Galczynska, Ian Schneider und Warren Wong.

Tipp 1: Standort und Bildausschnitt

Macht euch bereits vor der Silvesternacht Gedanken, von wo aus ihr das Feuerwerk fotografieren möchtet. Ein gelungenes Feuerwerksfoto zeigt nicht nur die farbenfrohen Lichter am Himmel, sondern zieht die Umgebung mit ein und spiegelt die Stimmung wieder. Wähle den Bildausschnitt dazu so aus, dass zum Beispiel bekannte Bauten oder Brücken zu sehen sind. Für alle Düsseldorfer Fotografen eignet sich beispielsweise der Rheintum, eine der Rheinbrücken oder die Tonhalle als Motiv. Diese Referenzobjekte schaffen außerdem einen Größenvergleich zum Feuerwerk. (scale shot) Achtet bei der Standortwahl außerdem darauf, dass ihr keine störenden Streulichter im Bild habt.

Expertentipp: Ist euer ausgewähltes Motiv beleuchtet? Umso besser, doch Vorsicht! Die Belichtung des Feuerwerks kann so lange sein, dass euer Motiv zu hell wird. Löst dazu mehrmals aus: Einmal sodass die Belichtung des Referenzobjektes stimmt und weitere Male mit einer längeren Verschlusszeit für das Feuerwerk. Die beiden Fotos könnt ihr später in Photoshop zusammensetzen.

Tipp 2: Lasst euer Smartphone stecken

Instagram Storys kann jeder machen und ja, bei den anderen ist wahrscheinlich auch gerade Silvester. Schaltet euer Smartphone in den Flugmodus, euren Freunden und Verwandten könnt ihr auch am nächsten Morgen noch schreiben.

Natürlich können auch Smartphones gute Bilder schießen, doch bei schlechten Lichtverhältnissen geraten diese schnell an ihre Grenzen.

Die verwendete Kamera sollte die Möglichkeit bieten, Blende, Verschlusszeit und den ISO-Wert manuell zu regeln. Bei Aufnahmen im Dunkeln setzt ihr am besten auf eine digitale Spiegelreflex- oder Systemkamera.

Tipp 3: Sorgt für einen stabilen Untergrund

Mit einer Kamera, die über einen sehr guten Bildstabilisator verfügt, (zum Beispiel Olympus OMD) kann auch freihändig ein nächtlicher Schnappschuss gelingen. 
Häufig führen lange Belichtungszeiten zu verwackelten Aufnahmen. Um auch bei Nacht ein gutes Foto hinzubekommen, solltet ihr auf ein Stativ setzen. Je nach Motiv kann es sinnvoll sein ein besonders großes, oder kleines, Stativ zu verwenden.

Wenn ihr kein Stativ mit euch herumtragen möchtet, dann sucht euch einen stabilen Untergrund, auf den ihr eure Kamera stellen könnt.

Tipp 4: Nutze den Selbstauslöser

Damit ihr die Kamera nicht verwackelt, nutzt am besten den kamerainternen Selbstauslöser oder einen Fernauslöser. Hier gibt es viele verschiedene Varianten. Manche Kameras unterstützen einen drahtlosen Fernauslöser mit Infrarot, doch ein klassischer Fernauslöser eignet sich auch. Viele neuere Kameras unterstützen auch die Fernsteuerung mit Hilfe des Smartphones. Diese Variante hat den Vorteil, dass ihr euer Foto auch auf dem Smartphone überprüfen könnt.

Tipp 5: Halte den ISO-Wert so gering wie möglich

Wer ein Bild vom Feuerwerk schießen möchte, der hat mit einer dunklen Umgebung und einer langen Belichtungszeit zu kämpfen. Wie immer gilt: Je niedriger die ISO-Zahl, desto besser das Ergebnis. Ein niedriger ISO reduziert das Bildrauschen, erhöht aber die Belichtungszeit. Wie hoch ihr den ISO wählen könnt, hängt maßgeblich von der verwendeten Kamera ab und solltet ihr bereits vorher testen.
Damit möglichst viel Licht auf den Sensor trifft solltest du die Blende öffnen. Je nach Bildkomposition eignen sich Werte zwischen F 1,2 bis F 8

Tipp 6: Die richtige Belichtungszeit wählen

Eine perfekte Belichtungszeit für das Feuerwerksfoto gibt es nicht. Mit einer langen Belichtungszeit kannst du längere Lichtspuren der Raketen ins Bild zaubern als mit einer kurzen. Um einen einzelnen Feuerwerkskörper abzulichten, können aber auch wenige Sekunden reichen. Probiere am besten vorher ein wenig aus, was dir gefällt. Mit dem Bulb-Modus musst du dich vor der Aufnahme nicht auf eine Zeit festlegen, sondern kannst je nach Situation die Länge der Auslösung bestimmen oder den Modus nutzen, um die ideale Zeit zu finden.

Expertentipp: Einige Olympus Kameras haben die Funktion „Live Composite“. Dieser gibt dir die Möglichkeit während der Aufnahme auf dem Bildschirm zu sehen wie sich das Bild entwickelt. Du musst einfach nur auslösen, wenn das Foto richtig belichtet ist, oder die Lichtspuren gut aussehen.

Tipp 7: Nutzte die Serienbildfunktion

Da du nicht wissen kannst, zu welchem Zeitpunkt das Feuerwerk am prächtigsten leuchtet, ist es schwierig, den idealen Moment für das Foto abzupassen. Nutzt deshalb bei kürzeren Verschlusszeiten die Serienbildfunktion deiner Kamera. Bei mehreren Bildern in Folge stehen die Chancen gut, dass ein toller Schnappschuss dabei ist. Einige Kameras haben weitere hilfreiche Funktionen den perfekten Moment zu finden, wie zum Beispiel „pre burst“. Die Kamera löst dann bereits aus bevor ihr den Auslöser drückt.

 

Tipp 8: So wird dein Foto scharf

Die Nacht ist der Feind des Autofokus. Wenn es schnell gehen muss finden gerade ältere Kameras keinen Fokuspunkt. Fokussiert deshalb manuell auf das Motiv des Fotos. Beleuchtete Gebäude sind perfekt dafür geeignet. Nutzt die Vergrößerung (Lupe) um die Schärfe zu überprüfen. Wenn ihr kein Referenzobjekt im Foto habt dann genügt es in den meisten Fällen auch den manuellen Fokus auf unendlich zu stellen.

Tipp 9: Vertraue keinem Display.

Gerade bei Nachtaufnahmen sieht das Foto auf dem Kameradisplay oft besser aus als später am Monitor oder im Druck. Kontrolliert deshalb am besten durch Reinzoomen ob ihr den richtigen Fokuspunkt gewählt habt, die Schärfe stimmt und nicht allzu viel Rauschen vorhanden ist. Die Belichtung könnt ihr mit dem Histogramm überprüfen. Achtet besonders auf den linken Rand, denn dort werden die dunklen Bildbereiche dargestellt. Noch besser könnt ihr das Ergebnis kontrollieren, wenn ihr eure Kamera mit einem Smartphone oder Tablet verbunden habt und dort auf dem größeren Display die Qualität überprüft.

Tipp 10: Feuerwerk gibt’s nicht nur am Himmel

Wer denkt großartige Feuerwerksbilder können nur am Himmel entstehen, der täuscht sich, denn auch am Boden können sich rührende Momente einfangen lassen. Hierfür benötigt ihr nicht unbedingt ein Stativ, sondern vielmehr ein offenblendiges Objektiv. Eine 50mm Festbrennweite ist hierfür perfekt geeignet


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