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Transibirische Eisenbahn - Dennis Schmelz Kameramann

Transsiberian Dream

Dennis Schmelz ist seit fünf Jahren als freiberuflicher Kameramann weltweit unterwegs. Der 29-jährige schloss 2012 seine dreijährige Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton in Frankfurt am Main / Fulda ab und machte sich später selbstständig. Der Fokus des heutigen Erfurters liegt auf Tourismus, Musik und Sport. Neben seiner Kamera- und Schnittarbeit bietet er auch professionelle Luftaufnahmen auf seinen Online-Portalen an. Uns berichtet er von seiner Leidenschaft und von zwei seiner Reisen.

von Dennis Schmelz

 

 

Einer meiner letzten Jobs hat mich in die Transsibirische Eisenbahn geführt, wobei neben mehreren themenbezogenen Videos für den Kunden auch mein aktuelles Werk „Transsiberian Dream“ entstand. Da ich schon seit Beginn meiner Selbstständigkeit für Interrail und Eurail tätig bin, habe ich eine besondere Verbindung zu Zugreisen. Die Transsibirische Eisenbahn, als längste Eisenbahnstrecke der Welt, fand ich schon immer sehr faszinierend. Umso mehr freue ich mich, dass ich dieses unglaubliche Projekt zusammen mit meinem Kollegen und Assistenten Christopher Schmid umsetzen durfte.

Wir waren insgesamt 16 Tage unterwegs und wichen ein wenig von der Originalroute (Moskau - Wladiwostok) ab: Unsere Reise startete in Peking und führte uns über die Mongolei, entlang des Baikalsees über die sibirische Taiga bis nach Moskau. Zu den Highlights gehörten in jedem Fall die Jurtenübernachtung in der „mongolischen Schweiz“, verschiedene Besuche bei den dort lebenden Nomaden und das Bad im 5 Grad Celsius kalten Baikalsee. Natürlich haben wir das auch alles in unserem Film festgehalten.

Ein weiterer Meilenstein war mein vorletztes Projekt „The Beauty of Greenland“. Letztes Jahr an Mittsommer durfte ich an einem Foto-Workshop der renommierten Fotografen Daniel Kordan und Iurie Belegurschi in Disko Bay, Grönland teilnehmen. Es war das erste Mal, dass ich einen solchen Workshop sowie das "Land aus Eis" besuchte. Beides faszinierte mich absolut. Grönland ist die größte Insel der Welt, besteht zu 80 Prozent aus Eis und hat gerade einmal 56.000 Einwohner.

Außerdem gibt es hier kaum Straßen als Verbindung zwischen Ortschaften. Hauptverkehrsmittel sind das Flugzeug und das Schiff. Wir entschieden uns für das Schiff, um genauer zu sagen für ein russisches Segelboot, welches gerade frisch aus der Antarktis zurückkam. Klingt alles nach einem Abenteuer? War es auch! 

Es war kurz nach Mittsommer und zu dieser Zeit geht die Sonne bekanntlich gar nicht bzw. nur sehr kurz unter. Während unseres Aufenthaltes lag die Spanne zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang bei maximal 20 Minuten, wirklich dunkel wurde es hier nachts also nicht. Der Himmel färbte sich durch die Kälte und die tief stehende Sonne in unglaubliche Farbtöne und das oft stundenlang. So konnten wir in aller Ruhe mehrere Spots anfahren ohne dabei in Stress zu geraten.

Jede Nacht fuhren wir mit unserem Segelboot durch die Eisfjorde von Ilulissat, auf der Suche nach spektakulären Eisformationen, Reflexionen, Walen oder Robben. Und fast immer wurden wir fündig. Eisberge, wohin das Auge reicht und alles ständig in Bewegung. Gleich am ersten Abend stürzte direkt vor unseren Augen ein meterhoher Eisberg ins Meer und überraschte uns mit einer kleinen Tsunami-Welle. Ständig knackt, knirscht und knallt es hier - selbst wenn außerhalb der Sichtweite ein Eisberg einkrachte, hörten wir das dumpfe Geräusch kilometerweit.

Außerdem besuchten wir die Einheimischen und andere kleine Orte rund um Ilulissat, alles mit unserem Segelboot. Am vorletzten Abend trafen wir sogar auf Wale, welche unser Boot umkreisten und eine filmreife Show ablieferten. Ich könnte noch stundenlang erzählen und hoffe mein Film "The Beauty of Greenland" kann die einzigartige Stimmung zumindest ein bisschen wiedergeben. Das Video ging viral und wurde sogar im amerikanischen und spanischen TV gezeigt,. Es hagelte Kommentare, Likes und Interview-Anfragen und ich wurde mit meinem ersten Vimeo StaffPick belohnt. Solch ein sensationelles Feedback macht einem Mut weiterzumachen, vor allem auch mit den freien Arbeiten - die nächsten Projekte sind bereits geplant!

Das Filmen entdeckte ich schon recht früh für mich. Bereits im Kindesalter haben wir im Freundeskreis Kurzfilme gedreht. Meistens waren das irgendwelche völlig abgedrehten Horrorfilme, die man sich heute nur noch fremdschämend angucken kann. Für meine Band „Leftside“ fing ich dann an kleine Musikvideos zu produzieren und neben der Musik eine neue Leidenschaft für mich zu entdecken: Die Filmerei. Zeitgleich habe ich auch angefangen etwas zu fotografieren, der Fokus lag aber immer auf dem Video . Schnell war klar, dass ich das auch beruflich machen möchte. Daraufhin habe ich eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton absolviert und mich dreieinhalb Jahre später selbstständig gemacht. Das ist jetzt fünf Jahre her und es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens.

Ich probiere grundsätzlich immer das beste Licht abzupassen. Dazu stehe ich früh auf, denn die meisten Spots sind zum Sonnenaufgang am schönsten - und schön leer. Ich mag die tief stehende Sonne, alles taucht in ein orangefarbenes Licht, die Schatten werden lang und alles wirkt viel filmischer.

Equipment für den großen Dreh

Meine Filme leben von der Dynamik und ich arbeite sehr gerne mit Speedramps. Besonders Zeitlupen finden hier ihren Einsatz. Die meisten Systemkameras können bereits 100fps oder mehr, das ist besonders bei schnellen Bewegungen immer äußerst imposant und erzeugt beeindruckende Effekte.

Videoschnitt mit Profisoftware

Ich arbeite sehr gerne mit Sound Design. Für die Aufnahme habe ich meistens ein externes Aufnahmegerät dabei und nehme verschiedene Töne auf, die ich dann im Video verarbeite. Viele Sounds kommen aber auch aus meiner Audio-Bibliothek. Für größere Projekte arbeite ich zudem mit professionellen Sound Designern zusammen. Der Ton ist ein unglaublich wichtiger Faktor, der meist viel zu wenig Beachtung bekommt. Er macht den Film lebendig und verleiht ihm auf einer weiteren Ebene Kraft, auch wenn er oftmals nur subtil wahrgenommen wird.

Filmemacher Dennis Schmelz und Christof Schmied

 

Für dieses Jahr stehen bereits einige spannende Jobs in Südafrika, Namibia, Portugal, Indien, Italien und China auf dem Programm. Größtenteils handelt es sich um Aufträge im Tourismusbereich, aber auch Musikvideos für einen national bekannten Künstler (noch geheim) und ein neues Projekt im Sportbereich für einen großen taiwanesischen Kunden sind geplant. Ich freue mich auf viele neue Herausforderungen, Kontakte, schöne Bilder und fesselnde Geschichten.

Magazin "Schnappschuss"

Das Foto Koch Magazin ist modern kreativ gestaltet und ist vom Design und inhaltlich relativ einzigartig.

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