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Vollformat vs. APS-C Format - Was ist so toll an Vollformat?

Jeder Fotografie-Fan hat den Begriff "Vollformatkamera" oder "Vollformatsensor" schon einmal gehört. Doch was ist überhaupt ein Vollformatsensor und welche beeindruckende Vorteile hat dieser größere Sensor eigentlich im Vergleich zu einem kleineren Sensor? Vor dem Kauf einer neuen Kamera wollen wir Ihnen diese Fragen beantworten.

Der Bildsensor macht den Unterschied

In jeder digitalen Spiegelreflexkamera ist ein Bildsensor eingebaut. Auf diesen trifft das vom Objektiv gebündelte Licht. Der Sensor überträgt diese Informationen in einem elektrischen Signal an den Bildprozessor, welcher das Bild schlussendlich auf die Speicherkarte ablegt. Im Bereich der Spiegelreflexkameras gibt es unterschiedliche Sensorgrößen. Der Vollformatsensor ist hierbei besonders groß. Die Abmessungen des lichtempfindlichen Sensors, welche noch aus den Zeiten der analogen Fotografie stammen, beträgt 24 x 36 mm. Das Vollformat wird deshalb auch als Kleinbildformat bezeichnet.
Das kleinere “APS-C-Format“ von rund 15 x 23 mm bezieht sich auf ein altes Filmformat im Seitenverhältnis 3:2. Die Typbezeichnung “C“ in APS-C steht für "Classic“. Der Cropfaktor einer APS-C Kamera beträgt 1,5 – 1,6.
Das dritte und kleinste Sensorformat ist das MFT-Format (Micro Four Thirds) der Marken Panasonic und Olympus. Die Abmessungen des MFT-Sensors sind rund 17 x 13 mm bei einem Seitenverhältnis von 4:3. Der Cropfaktor einer MFT-Kamera ist genau 2,0. Im Folgenden wollen wir besonders auf das Vollformat und das APSC-Format eingehen. Darüber hinaus gibt es noch Kameras mit besonders großen Mittelformatsensoren.

Sensorgrößen Vergleich

Die Vorteile des Crop-Faktors

Im Gegensatz zur Vollformatkamera wählt eine Kamera mit einem kleineren Sensor auch einen kleineren Bildausschnitt. Es wird nur der innere Teil des Bildes aufgenommen, am Rand wird das Bild „abgeschnitten“ (Englisch to crop = beschneiden). Der sogenannte „Crop-Faktor“ bei den APS-C Kameras und MFT-Kameras umschreibt das Verhältnis zwischen der tatsächlich vorhandenen Objektiv-Brennweite und dem Brennweiten-Eindruck, der aufgrund des kleineren Bildausschnitts entsteht. Aufgrund des Crop-Faktors erreichen APS-C Kameras außerdem eine höhere Brennweite. Fotografiert man an einer Vollformatkamera mit einer Brennweite von 200mm, so entspricht der Bildausschnitt an einer APS-C Kamera, einer Brennweite von circa 320mm. Das kann zum Beispiel für Tier- oder Sportfotografen ein wesentlicher Vorteil sein.

 

Kompatibilität

Kann ich Objektive für Vollformat auch an APS-C nutzen?

Ja, denn viele Objektive der Vollformatkameras passen auch für APS-C Kameras des selben Bajonett-Systems. Das kann sehr praktisch sein, da die Objektivauswahl für DSLR-Vollformatkameras die der APS-C Kameras ergänzen kann. Umgekehrt ist es nicht immer möglich, ein Objektiv für APSC-Kameras an einer Vollformatkamera zu nutzen, denn oft wird durch den geringeren Objektivdurchmesser nicht die volle Sensorgröße genutzt oder es entstehen schwarze Balken, am Bildrand. Objektive für Spiegelreflexkameras können oft mithilfe eines Adapters an spiegellosen Kameras verwendet werden. Der Grund hierfür ist der Abstand der Sensorebene zum Objektiv. Wenn Objektive adaptierbar sind, dann geht oftmals die elektronische Blendensteuerung, die Autofokus-Geschwindigkeit, aber in jedem Fall die Kompaktheit verloren.

 

Vorteile von Vollformat Sensoren:

 

Nun haben wir bereits die technischen Unterschiede zwischen den Sensoren ausgemacht. Nun stellt sich die Frage, welche Vorteile ein größerer Sensor mit sich bringt.

 

Vollformatsensoren gelten als die „Königsklasse“ der Spiegelreflexkameras. Bei niedriger ISO-Einstellung ist kaum ein Unterschied zwischen Vollformatsensoren und kleineren Sensoren festzustellen. Bei besonders guten Lichtverhältnissen (und damit niedrigster ISO-Einstellung) kann der Vollformatsensor viele seiner Stärken noch nicht zeigen. Bei schlechten Lichtverhältnissen hingegen schneidet der größere Sensor viel besser ab. Wird der ISO-Wert erhöht, ist mit dem Vollformatsensor eine erheblich bessere Detailtreue und ein viel geringeres Bildrauschen festzustellen. Dieses Bildrauschen kennt auch der Hobby-Fotograf: Auf den Digitalbildern erscheint auf einmal eine Art Staub oder das Bild wirkt gekörnt. Eine Kamera mit Vollformatsensor kann leicht auf eine Lichtempfindlichkeit von ISO 6.400 und höher eingestellt werden – die Bildqualität verschlechtert sich dabei kaum. Gerade bei Schwachlicht-Situationen, wie im Theater oder bei abendlichen Open-Air-Events, sind die Vorteile eindeutig. Im Vergleich zu einer APS-C Spiegelreflexkamera gewinnt man durch einen Vollformatsensor ungefähr eine Blende und damit erheblich mehr Licht. Wer also häufig bei schlechten Lichtverhältnissen tolle Fotos schießen will, der sollte sich mit dem Vollformatsensor näher beschäftigen. Der Dynamikumfang Ihrer Fotos, wird durch den Kleinbildformat-Sensor, um einiges größer. Das bedeutet, dass die Farben brillianter und der nachträgliche Spielraum beim Bearbeiten der Fotos erhöht wird. Besonders für die Astrofotografie ist dies ein Kriterium, weswegen schon viele Astrofotografen auf größere Sensoren umgestiegen sind.

 

 

Sony Aktion

Welche beeindruckenden Fotos mit einer Vollformatkamera möglich sind, beweist Ole Salomonsen mit seinen Nordlicht-Fotos aus der Antarktis.
Die Schönheit der Arktis - eingefangen von Ole Salomonsen

 

Aufgrund des görßeren Bildsensors bietet die Vollformatkamera außerdem eine etwas geringere Schärfentiefe als Spiegelreflexkameras mit kleineren Sensoren. Diese Eigenschaft einer Vollformatkamera kann man als Gestaltungselement nutzen und z. B. Schärfe-Unschärfe-Fotos erstellen. Besonders bei Portraits ist dieses Gestaltungsmittel bekannt. Um den Blick des Betrachters auf die wesentlichen Bildelemente zu lenken, hat der Fotograf die Möglichkeit, die Schärfeebene präziser zu wählen und damit das Motiv freizustellen. Aufgrund dessen wird die Vollformatkamera zu einem großartigen Begleiter für Profis und ambitionierte Hobbyfotografen, in der faszinierenden Welt künstlerischer Fotografie.

Island Ben Simon Rehn

 

Jeder, der mit dem Gedanken spielt sich für eine Spiegelreflexkamera zu entscheiden sollte auch ganz praktische Überlegungen anstellen. Da haben wir zum einen das Gewicht: Kameras mit Vollformatsensor sind natürlich schwerer. Das kann durchaus zu einer Belastung werden, wenn man mobil sein will und zusätzlich auf viele Objektive angewiesen ist. Eine Spiegelreflexkamera mit APS-C oder MFT-Sensor ist erheblich leichter.

 

Vollformatkameras verkraften mechanische Belastungen, aufgrund Ihrer hochwertigen und robusten Bauweise für den Profialltag, besser. Für einen täglichen Profieinsatz ist die Vollformatkamera unter diesem Aspekt daher sicher die bessere Lösung. Nicht zuletzt spielt natürlich der Preis bei der Anschaffung der Kamera und der Objektive eine große Rolle. Kameras mit kleineren Sensoren sind deutlich günstiger als Kameras mit Kleinbildsensor.

Typische Spiegelreflexkameras mit Vollformatsensor sind zum Beispiel diverse Canon- und Nikon-Modelle. Sony hat hauptsächlich Systemkameras der Alpha Serie im Angebot. Spiegellose Kameras haben den großen Vorteil, dass sie kompakter gebaut werden können. Spiegelreflexkameras bezeichnet man als DSLR (englisch für “digital single-lens reflex”). Im Gegensatz dazu funktionieren Systemkameras ohne Spiegel (Das „m“ steht hier für den fehlenden Spiegel = englisch “mirror“) Noch vor kurzer Zeit erreichten Systemkameras nicht die Geschwindigkeit von DSLR Kameras, aber heute stehen die spiegellosen Modelle wie die Sony Alpha 9 den großen DSLRs in nichts mehr nach.

Unser Fazit:

Ob eine Vollformatkamera oder eine Kamera mit APS-C oder MFT-Sensor für Sie letztendlich das richtige ist, hängt ganz von Ihren Ansprüchen ab. Wenn Sie viel bei schlechten Lichtverhältnissen arbeiten wollen, die entstandenen Fotos besonders groß drucken wollen, oder die Kamera im täglichen Einsatz haben, dann führt kein Weg an einer Vollformatkamera vorbei. Um die Haptik und das Feeling zwischen den Kameraherstellern und Sensorgrößen zu erleben, beraten wir Sie gerne in unserer Düsseldorfer Filiale und Sie können selbst feststellen, welche Kamera am besten zu Ihnen passt. Denn auch mit einer APS-C Kamera kann man überragende Bilder machen.

 

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25.09.2017 | JJ