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Eine Nacht in der Wildnis Finnlands

Lesezeit: 7 Minuten - 29. November 2019 - von Alessandro Sgro

Einen Braunbären in der Wildnis zu sehen war schon immer einer meiner größten Träume. Nun hatte ich mich entschieden nach Finnland aufzubrechen und mir diesen Traum zu erfüllen. 
Finnland besitzt mit ca. 1000 frei lebenden Braunbären eine der größten Bärenpopulationen Europas. Sie sind Finnlands Nationaltier. Die dort ansäßigen Tiere wiegen zwischen 150 und 250 Kilogramm. Sie decken bis zu Dreiviertel ihres Bedarfs mit pflanzlicher Nahrung, besonders Nüsse, Obst und Baumfrüchte wie Eicheln und Kastanien.

In meinem Landy ging es durch Schweden bis hin nach Kuhmo, welches im Osten Finnlands liegt. Über die Schotterstraßen durch die finnischen Wälder näherte ich mich nach und nach meinem Ziel: Die Heimat eines dort ansässigen Wildlife Fotografen, der mehrere „Wildlife Hides“ besitzt und diese anderen Fotografen gegen ein Entgelt zur Verfügung stellte. Eine Hide ist eine kleine Holzhütte, die als Versteck dient, um Tiere in der Natur ungestört Beobachten und Fotografieren zu können, ohne sie in ihrem natürlichen Lebensraum zu stören. 

Sie haben Ihr Ziel erreicht

An meinem Ziel angekommen wurde ich in meine eigene Hide gebracht, in der ich die nächsten 16 Stunden an der Russischen Grenze verbringen und hoffentlich wilde Bären zu Gesicht bekommen sollte. Da die Temperaturen Nachts stark abkühlten ist es besonders wichtig, warme Kleidung an sich zu haben, einen wärmenden Schlafsack, in den man sich reinsetzt während der Zeit in der Hide, genug Kaffee und Essbares (Schlaf ist eher Mangelware). Aber natürlich besonders wichtig: Das Fotoequipment.
Durch die Öffnungen der Fotohide ragte das mir von Canon bereitgestellte Canon 400 DO f4 II, welches auf meiner Canon 5D IV war. Auf den Wetterschutz meines Canon Equipments musste ich besonders vertrauen, denn das Objektiv war dem strömenden Regen ausgesetzt und steckte dies grandios weg, ohne dass ich mir Sorgen machen musste. Man sollte bei solchen Aktivitäten immer genügend Ersatzakkus und Speicherkarten im Gepäck haben. Ich nutze SanDisk Extreme Pro, da diese die Daten schnell verarbeiten und auch bei Serienaufnahmen keine Probleme mit großen Datenmengen haben.

Hier saß ich nun und musste nicht lange auf die Erfüllung meines Traumes warten.
Der erste Braunbär kam aus dem Wald, in die um mich liegende Sumpflandschaft und ich traute meinen Augen nicht. Mein Lieblingstier, nur ca. 15-20 Meter von mir entfernt und ich hatte das Privileg dieses auf Bildern festzuhalten. Das Wetter erschwerte die Bedingungen, da eine dichte Wolkendecke den Himmel schmückte und die Lichtverhältnisse nicht besonders gut waren. Hier war es besonders wichtig mit der 5D IV eine gute High ISO Leistung an den Tag legen zu können. 

Ein Traum wird wahr

Doch dies blieb bei weitem nicht die einzige Begegnung an diesem Abend. Am Horizont - etwa 50 Meter entfernt - näherte sich mir etwas Graues. Ehe ich mich versah, stand eine Wölfin ca. 20 Meter vor meiner Hide. Wölfe sind unglaublich scheue Tiere und es ist ein Privileg diese Tiere in freier Wildbahn sehen zu dürfen. In Finnland gibt es etwa 185-200 Wölfe in der Wildnis. Das Rudel spielte am Waldrand und ich konnte dieses Spektakel in Form eines Videos festhalten.
Immer wieder sah ich Bären, die den Sumpf in Richtung Wald überquerten. Dann der wohl atemberaubendste Moment des Abends. Abends? Ja richtig! In Skandinavien ist es besonders lange hell, und Dunkelheit tritt nur kurz ein im Sommer. Die Mitternachtssonne ist also der beste Begleiter eines Fotografen in Skandinavien. Was bescherte mir also das immer noch ausreichende Licht zum Fotografieren? Ich schaute durch den Sucher meiner Canon und konnte meinen Augen nicht trauen. Ein Braunbär am Waldrand und hinter ihm die Wölfin, die in seinem Schatten hervorschaute. Ich konnte mein Glück kaum fassen und drückte ununterbrochen auf den Shutter der Kamera. Anschließend genoss ich den Moment, denn das ist es letztendlich worum es sich geht, den intimen Moment mit diesen einzigartigen und wunderschönen Geschöpfen voll auszukosten. 

Alles hat ein Ende

Nach diesem tollen Erlebnis und Eintritt der Dunkelheit, war es an der Zeit für mich die Augen zu schließen und mich auf den Morgen vorzubereiten. In der Hide waren Matratzen die ich nutzen durfte. Nach zwei Stunden Schlaf trank ich meinen Kaffee und machte mich bereit für hoffentlich mehr Wildlife Action.
Es passierte einige Stunden nichts. Krähen waren meine einzige Gesellschaft und ich begann bereits diese zu zählen. Doch dann flog etwas auf einen toten Baum was so gar nicht nach einer Krähe aussah. Ein junger Adler. Er observierte das Gebiet und saß seelenruhig auf dem Baum. Natürlich hofft jeder Fotograf ein Tier dieser Art in der Luft ablichten zu dürfen, jedoch war ich sehr dankbar für diesen Moment. Nach ca. 20 Minuten war ich wieder allein. 

Gegen 06:45 Uhr dann die letzte Sichtung. Beim Packen meines Rucksacks schaute ich weiter aufmerksam in die Ferne. Plötzlich realisierte ich etwas von rechts ins Bild huschen. Es war kein Bär, es war kein Wolf. Das besagte Etwas war der Vielfraß oder auch Wolverine genannt. Dieser sieht aus wie eine Mischung aus Marder und einem kleinen Bären weshalb man auch Bärenmarder zu ihm sagt. Hier gibt es ca. 150-170 Individuen in Finnland. Nachdem der Vielfraß etwas gesichtet hatte, flüchtete er auch gleich mit seinem Fund in den Wald.

Um 07:30 Uhr kam mein Abenteuer dann leider zu einem Ende. Ich wurde abgeholt und zurück zu meinem Landy gebracht, der im Wildlife Camp sicher geparkt war. Anschließend wurde eine richtige Mütze Schlaf im Auto nachgeholt und vom Erlebten geträumt.
Vielen Dank an Canon für die Unterstützung bei diesem Projekt. Ohne euch wäre es in diesem Ausmaß nicht möglich gewesen. Vielen Dank an Foto Koch für das Vorstellen meiner Story. Es ist ein tolles Gefühl diese Erfahrungen mit anderen Menschen teilen zu dürfen

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Mehr von Alessandros Werken findest du auf seiner Webseite alessandorsgro.com oder folgt ihm auf seinem Instagram-Profil @alessandroxsgro 


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