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Female Photoclub NRW - Sichverbinden
Lesezeit: 12 Minuten - 06. Mai 2024 - von Christina Thomas im Interview mit Merle Forchmann

SICHVERBINDEN
Eine Fotoausstellung im öffentlichen Raum

Im Interview mit Merle Forchmann

Unter dem Titel "Sichverbinden" präsentieren 13 Fotografinnen des Female Photoclub NRW sowie eine Gastkünstlerin vom 16.-26. Mai 2024 ihre Arbeiten in einer Schaufensterausstellung im 34OST Düsseldorf.

Die ausgestellten Arbeiten zeigen eine facettenreiche Annäherung an das Thema Verbindung. Die Werke erzählen vielfältige Geschichten von zwischenmenschlichen Verbindungen, kulturellen Verflechtungen, ökologischen Zusammenhängen, der stillen Abgeschiedenheit der Natur, dem Ankommen in einer fremden Kultur, verantwortungsvollem Handeln, Kommerzialisierung der Wälder, Künstlicher Intelligenz, Fehlern, uvm.

Eine jener Fotografinnen, deren Werke bei der Ausstellung zu sehen sein werden, ist Merle Forchmann. Sie durften wir vorab zum Interview treffen und mit ihr nicht nur über die Ausstellung selbst, sondern auch über ihre Arbeit als Fotografin und den Female Photoclub sprechen.

Joanna Kischka - All my mistakes
Juliane Herrmann - Attitude

Hallo Merle, vielen lieben Dank, dass du dir Zeit für ein Interview mit uns genommen hast. Bevor wir starten: Erzähl uns doch gern einmal ein bisschen über Dich und Deine Arbeit

Hallo Christina! Vielen Dank, dass Du Dir Zeit nimmst. Was soll ich erzählen? Also, ich bin nun seit mehr als ca. zwanzig Jahren Fotografin. Zunächst habe ich eine Fotograf*innen Ausbildung bei einem Reportage Fotografen in Düsseldorf absolviert. Danach bin ich nach Maastricht, um dort Design mit dem Schwerpunkt Fotografie zu studieren. Seit über zehn Jahren bin ich freiberuflich tätig. Zwischenzeitlich war ich auch einige Jahre als Fotofachberaterin für einen Kamerahersteller tätig und habe oft bei Foto Koch gearbeitet. Ehrlich gesagt, das war mein absolutes Lieblingsgeschäft. Mein Schwerpunkt liegt in der Dokumentarfotografie und im Dokumentarfilm. Besonders gerne arbeite ich an Langzeitprojekten, die später in Form von Fotokunst-Magazinen oder -büchern veröffentlicht werden. Wie z.B. die Fotokunst-Magazine über den Stadtteil Garath oder das Fotobuch „Eulenkopf –Eine Wohnsiedlung“ , welches im Mai 2023 beim Verlag Kettler erschien und kürzlich beim Deutschen Fotobuchpreis mit der Bronzemedaille ausgezeichnet wurde. Die Fotoprojekte bewegen sich zwischen Fotografie und Sozialer Arbeit, weswegen ich mich 2020 dazu entschied Soziale Arbeit zu studieren. In meiner Bachelorarbeit habe ich anhand der Freitreppe am Düsseldorfer Burgplatz geforscht, inwiefern Freitreppen im öffentlichen Raum zur Förderung des Gefu?hls der Zugehörigkeit und der sozialen Integration in städtischen Gemeinschaften beitragen. Jetzt präsentiere ich die Arbeit unter dem Titel "Die Treppe" auch in der Gruppenausstellung "Sichverbinden" mit dem Female Photoclub. Das finde ich besonders spannend, da die entstandenen Fotos ursprünglich nicht für eine Ausstellung gedacht waren, sondern im Rahmen der Forschung entstanden sind. Es war daher gar nicht so einfach, diese Fotos, die ich teilweise mit meinem Smartphone aufgenommen habe, in ein Ausstellungsdesign zu integrieren. Bin sehr gespannt wie die Bilder dann wirken.

Bei der Ausstellung präsentieren 13 Fotografinnen und eine weitere Gästin des Female Photoclub NRW ihre Werke. Welche Ziele verfolgt der Female Photoclub und wie engagiert ihr euch für die Förderung von Frauen in der Fotografie?

Der Female Photoclub wurde 2017 initiiert und ist seit 2020 ein eingetragener Verein für professionell arbeitende Fotografinnen. Aktuell zählt der Club etwa 500 Mitglieder, die sich in neun Städten und Regionen in ganz Deutschland organisieren. Die Ziele des Vereins sind, die Sichtbarkeit von Fotografinnen zu erhöhen, sich für mehr Gleichberechtigung in der Branche einzusetzen und auf Missstände wie Honorarungleichheit und mangelnde Repräsentanz aufmerksam zu machen.

 

Was hat dich dazu inspiriert Teil des Female Photoclub zu werden und wie hat er deine fotografische Entwicklung beeinflusst?

Mich hat meine Kollegin, Jennifer Zumbusch dazu inspiriert, die übrigens auch an der Ausstellung teilnimmt. Wir haben unsere Ausbildung bei demselben Fotografen absolviert, daher kannten wir uns schon. Sie hat den Club in den höchsten Tönen gelobt, so dass ich dann eigentlich direkt eingetreten bin und darüber bin ich sehr glücklich. Meine fotografische Entwicklung hat das dahingehend beeinflusst, dass ich wieder Lust bekommen habe auszustellen. Im Letzten Jahr hatten wir eine  Ausstellung im Kunstwerk in Köln. Das war einfach so schön! Ich erlebe die Arbeit innerhalb des Clubs als sehr wertschätzend und empowernt. Umso mehr freue ich mich jetzt über die Schaufensterausstellung hier in Düsseldorf. Das wird toll.

Das Thema der Ausstellung lautet „SICHVERBINDEN“ – warum habt ihr dieses Thema gewählt?

Es kamen viele verschiedene Themenvorschläge aus der Gruppe die wir dann diskutiert haben. Es war klar, dass das Thema so gewählt werden musste, dass es alle Fotografinnen anspricht, unabhängig von ihren verschiedenen Genres. Das Thema Verbindung wurde letztendlich demokratisch gewählt. Aber es bietet auch eine Vielzahl von Narrationen und ästhetischen Ansätzen und eröffnet auch einen individuellen Raum, um über unserer Beziehungen in der modernen Welt nachzudenken.

Eine der vielen Besonderheiten der Ausstellung ist, dass es sich hier um eine Schaufensterausstellung handelt – was hat es damit auf sich?

Es ist ziemlich schwierig in Düsseldorf Ausstellungsräume zu finden. Wenn dann mal ein Raum zur Verfügung steht, sind die meist unbezahlbar. Umso mehr freue ich mich, dass wir das 34Ost als Kooperationspartner gewinnen konnten. Die Fensterfront erwies sich für uns als ideal, da jedes einzelne Fenster eine eigene Ausstellungsfläche bietet. Zudem ist die Anzahl der Fenster perfekt passend. Das Schöne ist außerdem, dass wir damit den öffentlichen Raum bespielen. Die Kunst wird 24/7 sichtbar sein. Wir bieten damit einen niedrigschwelligen Zugang zur Kunst, im Grunde für alle Bewohner*innen und Besucher*innen der Stadt. Das bedeutet,  es muss nicht erst eine Hemmschwelle überschritten werden, wie das bei einem Besuch in einem Museum oder Galerie der Fall ist. Gerade in eine Galerie trauen sich ja nur die wenigsten.

Mareen Fischinger - Friends not food
Fatemeh Rezaei - The Stranger

Welche besonderen Highlights oder Elemente sind in der Ausstellung zu sehen und wie inspirieren diese vielleicht auch dazu, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen?

Ich finde die unterschiedliche Herangehensweise der Fotografinnen an das Thema Verbindung sehr spannend. Die  Fotoarbeiten sind sehr facettenreich. Von Dokumentarfotografie bis hin zur künstlerischen Fotografie sowie Mixed Media. Um hier nur zwei Beispiele zu nennen. Zum einen die Arbeit „FRIENDS NOT FOOD“ von Mareen Fischinger, die die besondere Verbindung zwischen einer Ärztin und ihren Hühnern abbildet oder die Arbeit „All my mistakes“ von Joanna Kischka, die sich mit der Verbindung zwischen Technik und Mensch auseinandersetzt. Hierbei geht es um Bilder, die mit dem Smartphone aufgenommen wurden und die wir als fehlerhaft bezeichnen würden. In diesem Kontext werden Fehler nicht als Barrieren angesehen, sondern vielmehr als „Quelle für ästhetische Erfahrungen“ betrachtet. Ich denke, dass unsere Bilder, obwohl sie so unterschiedlich sind, super miteinander harmonieren. Anja Schürmann hat die Ausstellung kuratiert und die Reihenfolge der Bilder festgelegt. Außerdem verbindet das Ausstellungsdesign von Jasmin Keune-Galeski die Arbeiten miteinander. Ich bin total gespannt, wie sich die Arbeiten dann mit dem öffentlichen Raum verbinden.

Merle Forchmann - Treppe

Wie fühlt es sich an, deine Werke in dieser Ausstellung zu sehen und was erhoffst du dir von der Vernissage am 18. Mai?

Ich freue mich schon sehr auf diesen Tag und wünsche mir, dass viele Interessierte zur Vernissage kommen und mit uns gemeinsam insbesondere diese Ausstellungsform feiern.  Aber am meisten freue ich mich darüber, dass unsere Bilder bis zum 26.5. Tag und Nacht sichtbar sein werden und für jeden zugänglich sind. Normalerweise ist es ja Werbung, die uns in Form von Bildern Tag und Nacht im Alltag begleitet, immer mit der Intention des Konsums. Hier ist es anders. Es geht auch darum, dass sich die Kunst mit dem öffentlichen Raum und den Menschen verbindet ohne Anstrengung oder Ausgrenzung. Sie ist einfach da.

Über den FEMALE PHOTOCLUB e. V.

Miteinander statt gegeneinander. Das ist das Credo des Female Photoclub, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, über die Missstände innerhalb der Fotobranche aufzuklären. Denn diese ist noch immer eine Männerdomäne. Themen wie mangelnde Sichtbarkeit, geringere Repräsentanz und Honorarungleichheit von Fotografinnen anzusprechen und vor allem ein zeitgemäßes Umdenken anzustoßen sowie Veränderungen voranzutreiben, ist ein wesentlicher Teil der Vereinsarbeit. 

Der Female Photoclub agiert sowohl bundesweit als auch in Lokalgruppen, um Frauen in der Fotografie zusammenzubringen, miteinander zu vernetzen und zu ermutigen, sich gemeinsam für mehr Diversität in der Fotobranche einzusetzen.


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