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 Aus dem Magazin Schnappschuss No. 53

 

!Viva La Cuba!

 

Kuba - karibisch-weiße Sandstrände, Zigarren, Cocktails, Salsa-Musik, und vor allem alte Autos und sowjetische Einflüsse: Ist ein Urlaub auf Kuba eine Reise in die Vergangenheit?
Genau das wollten meine Freundin und ich Anfang des Jahres erfahren.


von Daniel Krug

Viva La Cuba - Daniel Krug

Seit Barack Obama und Raúl Castro aufeinander zugegangen sind, somit Kuba und die USA nach Jahrzehnten erstmals wieder miteinander gesprochen haben, stand fest, dass die Karibikinsel so schnell wie möglich besucht werden muss. Bevor die US-Bürger leichter dorthin reisen können, bevor das Land von amerikanischen Touristen überflutet wird, bevor die ganzen alten Autos langsam, aber sicher, weggekauft und verschwinden werden. Noch gibt es jede Menge historische Motive, die Fotografenherzen höher schlagen lassen.

Fotografische Situationen lauern an jeder Ecke. Eine Suche fällt nicht schwer, die Kamera sollte immer schussbereit sein. Und wenn man genügend der kubanischen Motive im Kasten hat, gibt es immer noch die weißen Sandstrände mit dem kristallklaren Wasser für die klassischen Urlaubsfotos und natürlich zur Entspannung.

Kuba ist fantastisch. Kuba hat ein ganz eigenes Gefühl, wenn man beispielsweise durch die Gassen Havannas flaniert und den maroden Charme erlebt. An den ganzen imposanten Kolonialbauten hat zwar der Zahn der Zeit genagt, aber sie vermitteln dennoch eine grandiose vergangene Pracht. Im Kontrast dazu stehen restaurierte Plätze, welche dagegen schon fast künstlich und surreal wirken. Auch findet man auf der ganzen Insel einfache, ebenfalls beinahe zerfallene, (Platten-)Bauten. Genau diese Mischung macht aber das heutige Kuba aus und birgt eine Menge Fotomaterial.

 

Fotografische Situationen lauern an jeder Ecke. Eine Suche fällt nicht schwer, die Kamera sollte immer schussbereit sein. Und wenn man genügend der kubanischen Motive im Kasten hat, gibt es immer noch die weißen Sandstrände mit dem kristallklaren Wasser für die klassischen Urlaubsfotos und natürlich zur Entspannung.

Kuba ist fantastisch. Kuba hat ein ganz eigenes Gefühl, wenn man beispielsweise durch die Gassen Havannas flaniert und den maroden Charme erlebt. An den ganzen imposanten Kolonialbauten hat zwar der Zahn der Zeit genagt, aber sie vermitteln dennoch eine grandiose vergangene Pracht. Im Kontrast dazu stehen restaurierte Plätze, welche dagegen schon fast künstlich und surreal wirken. Auch findet man auf der ganzen Insel einfache, ebenfalls beinahe zerfallene, (Platten-)Bauten. Genau diese Mischung macht aber das heutige Kuba aus und birgt eine Menge Fotomaterial.

Ein weiteres meiner Bildhighlights waren die alten Oldtimer der 50er Jahre und davor. Wunderschöne Straßenkreuzer, Cadillacs und Co., die überall zu sehen und vor allem zu riechen waren. Liebevoll wurden sie von den Kubanern restauriert, gepflegt und mit neuem Motor ausgestattet. Im Gegensatz dazu fuhren wir auch in alten sowjetischen Ladas, die nur noch durch ein paar Drähte zusammengehalten wurden. Dass aber auch Kuba immer moderner wird, sieht man an USB-Radios in den erwähnten Liebhaberfahrzeugen oder an den mit kubanischer Flagge versehenen Apple-Aufklebern, obwohl es eigentlich kaum amerikanischen Güter zu erwerben gibt.  Dennoch sind Pferd und Kutsche noch eines der weit verbreitetsten Verkehrsmittel und viele Felder werden mit Ochse und Pflug bestellt. Ein Auto, geschweige denn Benzin, können sich nur die wenigsten leisten. Eine Großteil der Bevölkerung muss trampen, andere wiederum sind moderne, stylische Menschen und haben schon ein Smartphone. Internet hatten wir aber in den zwei Wochen nicht ein einziges Mal (auch wenn es das vereinzelt gibt), was im Übrigen sehr entspannend und angenehm war.

Die meisten Kubaner sind unglaublich freundlich und hilfsbereit. Am besten wohnt es sich bei den Familien zu Hause, die ein oder zwei Zimmer vermieten, und wo das Essen sensationell ist. Trotz sprachlicher Probleme unsererseits schafften sie es immer uns u.a. bei der Organisation der Weiterfahrt zu helfen. Zum Beispiel mit einem Anruf am Bahnhof, da es grundsätzlich fraglich ist, ob der Zug fährt oder ein paar Tage oder Wochen still steht, da auf Ersatzteile aus Russland oder China gewartet wird. Wir hatten Glück, er fuhr.

Auch mit einer Sprachbarriere lohnt es sich also jenseits des Pauschalurlaubs zu reisen, denn in den Touristenregionen wird alles schick gemacht und jeden Abend hört man mindestens fünf Mal „Guantanamera“. Mit dem Kuba der Einheimischen hat dies wenig zu tun. Daher lohnt es sich, auch mal ein paar Schritte weg vom Touristenrummel zu gehen. Die Mini-Pizza schmeckt immer noch am besten aus dem Hauseingang um die Ecke, während man alten Kubanern mit Zigarre im Mund beim Domino-Spielen zusieht. Ein Foto auf Nachfrage ist hier gar kein Problem!

¡Viva la Revolución! - die Revolution stirbt nie: an jeder Ecke strahlen Che oder Fidel von der Häuserwand oder von riesigen Plakatflächen, überall gibt es sozialistische Parolen zu lesen. Einmal war Fidel Castro zusammen mit Hugo Chávez - was noch nachvollziehbar ist - und Nelson Mandela abgebildet. Was letzterer wohl dazu gesagt hätte!?
Man erkennt überall, dass versucht wurde im Namen des Sozialismus etwas aufzubauen - auch wenn Marx sich sicherlich im Grabe umdrehen würde, wenn er wüsste, welche Länder sich mit sozialistischen oder gar kommunistischen Federn schmückten und teilweise noch schmücken. Stichwort Sowjetunion, Nordkorea und Co. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich selbst wurde in der DDR geboren, bin aber zu jung um mich daran zu erinnern. Aus Erzählungen von Eltern und Großeltern kann ich nur erahnen, wie es damals war. In Kuba ist vieles davon immer noch so oder sogar extremer. Außerhalb der touristischen Bereiche gibt es zum Teil nahezu leere Geschäfte. Ich denke an einen Laden in Matanzas, der drei kleine Theken hatte: eine für lose abgewogene Nudeln oder Reis, eine für Softdrinks und Wasser sowie eine für zwei Sorten Chips und eine Sorte Cracker. Dort gehen die Einheimischen mit ihrem Geld, dem CUP, einkaufen. Dann gibt es noch das andere Geld, den CUC, dass für Touristen und gehobenere Ausgaben ist, und von den Kubaner gegen CUP eingetauscht werden kann. Damit kann man auch in anderen teureren Läden einkaufen, zum Beispiel 500g Linsen für umgerechnet ca. 7 Euro. Das hat mich an die Berichte über die „delikat“-Geschäfte der DDR erinnert, bei denen eine Dose Ananas 12 Ost-Mark gekostet hat. In Kuba gibt es in der Regel nur eine Sorte Cola, eine Sorte Limo und ein offizielles Busunternehmen für Touristen. Rum hingegen gibt es in Hülle und Fülle und in jeder erdenklichen Form, was die CUC-Supermärkte voll aussehen lässt. Um aber an Geld zu kommen muss man eine Mindestwartezeit von einer halben Stunde an den Banken einrechnen.

Ob sich die Zeiten für die kubanische Bevölkerung verbessern werden, bleibt fraglich. Gut ist, dass die Kubaner seit Raúl leichter ausreisen können, auch wenn sie in kaum ein anderes Land einreisen dürfen. Gut ist auch, dass wieder mehr importiert wird und, dass das Land sich immer mehr nach außen öffnet. Die, mit denen wir gesprochen haben, freuen sich auf die US-Amerikaner. Hoffen wir, dass Kuba seinen Charme und seine Wurzeln weitgehend behält, auch wenn die Zeugnisse der Vergangenheit immer mehr verschwinden werden. Trotz einer eher armen Bevölkerung wirkten die meisten glücklich und nicht so in Not, wie in anderen Ländern, die wir bereist haben. Hoffentlich geht die kubanische Schere zwischen denen, die von der Öffnung profitieren und denen, die davon gar nichts außer steigende Kosten haben, nicht zu weit auseinander. Hoffentlich behalten die Kubaner Ihre Lebensfreude und gehen einen Schritt in eine zeitgemäße moderne Zukunft, auch wenn das für uns Fotografen weniger Futter bedeutet.

¡VIVA LA CUBA!


Magazin "Schnappschuss"

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